"Sie werden ja so schnell groß!"
Diese Aussage, mit einer auf ganz eigene Art verklärenden und zugleich wehmütigen Betonung, hört man oft von Frauen die das Kind bestaunen. Meist sind es Frauen die selbst schon Großeltern sind oder aber Kinder in dem entsprechenden Alter haben, so dass sie zumindest schon Oma sein könnten.
Man weiß zwar was gemeint ist und irgendwie ahnt man schon, dass da irgendwo weiter hinten solche Sachen wie nicht mehr vor der Schule geküsst werden wollen, lieber ohne Eltern Geburtstag feiern wollen und zuerst alleine Urlaub machen und dann alleine wohnen wollen drohen...
Aber man kann es sich dennoch nicht vorstellen inwieweit diese Bemerkung schon jetzt angemessen sein soll.
Bis. Ja bis. ... Heute.
Meine Tochter wird in dieser Nacht zum zweiten Mal in unserem gemeinsamen Leben nicht auf meinem Brustkorb sondern in ihrem Beistellbettchen schlafen.
Seit sie da war hat sie zuerst den ganzen Tag, dann die meiste Zeit des Tages und schließlich mindestens noch die Nächte so verbracht: auf mir, das Köpfchen leicht oberhalb meiner Brüste ruhend, die Arme mal neben Gesicht und Hinterkopf mal über meine Brüste herabhängend, die Beine angehockt auf meinem Bauch. Warm und zart schlief sie auf mir und ich schlief halb aufgesetzt auf dem Rücken in den ein ganzer Stapel Kissen gestopft war.
Nun ist sie schon 5 Zentimeter gewachsen und etwa 2000 Gramm schwerer geworden und dieser Unterschied reicht aus, um dafür zu sorgen, dass die Schwerkraft mehr Einfluss auf sie hat. So rutschte sie immer mal etwas nach unten oder zur Seite und wenn sie ihren Kopf lieber ganz auf meine linke oder rechte Brust legen wollte dann reichte die Unwucht, um sie von mir runterkullern zu lassen.
Was noch ging, da sie auf mir einfach so ruhig und friedlich geschlafen hat. Wenn sie dann im Aufwachen sich zu bewegen anfing so weckte sie mich gleich damit.
Aber schließlich reichen jetzt auch die kleinen Bewegungen die sie im Schlaf macht, um sie von mir runterrutschen zu lassen.
So kam es, dass sie gestern im Morgengrauen, ich war halb wach, von mir runter kullerte.
An sich überhaupt nicht schlimm; auf der einen Seite ist das Beistellbett und auf der anderen geht das Ehebett weiter. Wenn ich nicht eine reflexartige Bewegung gemacht hätte um sie aufzufangen. Diese ließ meinem Arm zwar nicht fix genug vorschnellen um zwischen meiner Tochter und dem Bett zu landen, wohl aber ruckartig genug um sie recht kräftig mit dem Ellenbogen am Kopf zu stoßen.
Wie anrührend es ist, wenn das kleine Wesen sofort aufhört zu schreien und ganz ruhig und zufrieden wird sobald du es in deinen Armen birgst um es zu trösten!
Wir waren natürlich beim Kinderarzt - es ist alles in Ordnung, keine Beule, keine Gehirnerschütterung, nur der Schreck...
Nun also war klar: ab jetzt schläft sie in ihrem Beistellbettchen.
Am Abend war ich ganz darauf konzentriert, sie dazu zu bringen, das Bettchen anzunehmen. Hintragen, sanftestes Ablegen, wieder aufnehmen, noch mal Fläschchen geben bis die kleinen Augen wieder zufallen, dann ganz ganz langsam das Kind so drehen, dass ich es wieder ablegen kann und sie noch langsamer auf die Matratze betten. Meine Hand unter ihrem Kopf lassen. Langsam die Hand wegziehen. Vorsichtig ihre Ärmchen durch den Schlafsack fädeln und den Reißverschluss desselben schließen. Sehen wie ich mich möglichst nahe zu ihr hin legen kann und noch mal meine Hand auf ihrer Brust ruhen lassen damit sie merkt, dass ich da bin.
Aber in der Nacht, als ich sie nach dem Füttern wieder so gegen meine Brust hielt wie ich sie auch sonst trage und sie sich mit einem kleinen Seufzer ankuschelte und merklich in einen noch etwas tieferen Schlaf fiel...
Da stand ich dann doch vor dem Beistellbettchen und vergoss eine Träne.
Sie werden ja so schnell groß!
All deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen (PS 42), doch mit Gott gehe ich durch alle Stürme. --- Bei mir findet sich: ALLTÄGLICHES - persönliche Erfahrungen, SONNTÄGLLICHES - Theologisches und Betrachtungen zu Bibelstellen, LYRISCHES - selbstgeschriebene Gedichte von Psalmen inspiriert, GESELLSCHAFTSPOLITISCHES - meine Sicht auf die Diskurse der Zeit und die zeitgenössische Art des Diskutierens
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Donnerstag, 14. Dezember 2017
Mittwoch, 17. Mai 2017
Brief eines vermissten Kuscheltieres
Lieber Kai!
Hier
schreibt dein Hasi.
Weil ich
dich ganz doll vermisse will ich dir wenigstens einen Brief schicken. Bestimmt
geht es dir auch so.
Wir haben ja
eine tolle Abenteuerreise gehabt! Ich hatte gar nicht gewusst, dass es so große
Schiffe gibt!
Ich habe so
viele bunte Bilder in meinem kleinen Kopf gehabt. Da habe ich gar nicht
gemerkt, wie ihr am Terminal Steinwerder in das Auto gestiegen seid. Die ganze
Zeit habe ich mir noch die großen Schiffe angeschaut. Dann wurde es Abend und
plötzlich fiel mir auf, dass ich ganz alleine war. Ich habe einen mächtigen
Schreck bekommen.
„Oje“,
dachte ich mir, „wer soll denn jetzt auf meinen Kai aufpassen?“
Außerdem ist
mir auch ein bisschen kalt geworden.
Mir wurde
recht bange zumute. Dann kam ein Mann auf den Parkplatz.
„Hallo wer
bist du denn?“ Hat er gesagt. Ich konnte bloß nicht antworten, sonst hätte ich
ihn gleich gefragt, ob er dich gesehen hat. „Dich wird wohl jemand verloren
haben.“
Bis jetzt
hatte ich mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht. Aber der Mann hatte
Recht! Du wärst sonst bestimmt nicht ohne mich losgegangen.
„Nu sei man
nich traurig“, brummte der Mann. „Kannst ja mit auf meine Runde kommen, dann
bist du nicht so allein.“ Ich war unsicher. „Was, wenn Kai mich suchen
kommt und ich dann nicht mehr da bin?“ Dachte ich. Aber inzwischen war es ganz
dunkel. Ich gebe es ja nicht gerne zu, aber ich bekam ein bisschen Angst. Hier
draußen so alleine zu bleiben, das wollte ich nicht.
Der Mann
nahm mich mit und wir gingen um den ganzen Hafen rum. Ich konnte die vielen
Schiffe aus der Nähe ansehen. Große Frachter gab es da, die sahen sehr
geheimnisvoll aus so im Licht von Laternen.
„Nu komm
man.“ Sagte der Mann. „Das Fundbüro hat heute schon geschlossen. Außerdem ist
es bei mir zu Hause nicht so
langweilig.“ Ich fand den Mann ganz nett und irgendwie kam er mir ein bisschen
einsam vor. „Vielleicht hat er überhaupt keinen kleinen Freund der auf ihn
aufpasst“, dachte ich.
Wir sind
ganz schön lange durch Hamburg gefahren und es war sehr aufregend. So viele
Straßen und bunte Lichter! Bei dem Mann zu Hause gab es Pizza und ich musste
sofort wieder an dich denken.
Der Mann hat
mich auf ein gemütliches Kissen gesetzt und mir eine Kuscheldecke gegeben.
Das ist
jetzt schon zwei Tage her.
Der Mann hat
mir erklärt, dass das Fundbüro am Wochenende zu hat.
„Ich nehm
dich mit zur Arbeit,“ hat er gesagt, „damit du dein Zuhause nicht so doll
vermisst.“ Der Mann muss nämlich auch am Wochenende bei den Frachtschiffen
helfen. Es war sehr spannend. Am besten hat mir das Fahren auf dem Gabelstapler
gefallen.
Lieber Kai,
wenn du das hier liest, bin ich vielleicht schon auf dem Weg zum Fundbüro. Ich
weiß nicht so genau, wie ich zu dir zurückkommen kann. Der Mann ist sehr lieb.
Er hat gesagt, wenn sich keiner meldet, darf ich bei ihm wohnen und immer mit
auf dem Gabelstapler fahren. Er hat auch nette Kollegen, die haben gelacht und
mich am Ohr gekrault.
Vielleicht
solltest du dir jemanden suchen, der auf dich aufpassen kann bis ich wieder da
bin. Bei dem Gedanken, dass du ganz alleine bist ist mir gar nicht wohl.
Liebe Grüße
sendet dein Hasi!
![]() |
| Bild: wikimedia commons |
(Namen geändert.)
Montag, 27. Februar 2017
laute Trauer
| Am Jakobsweg. Im Leben ist eben selten was gerade. |
Ein Tag von vielen Tagen dieser Art.
Ich gehe bedächtig, freue mich an meinen Schritten und an den vielen Kleinigkeiten um mich herum; der warmen Luft, den blühenden Bäumen, an meiner kraftvollen Sehnsucht und an der dunklen Liebe in mir.
Ich gehe, und zusammen mit meiner Zuversicht und Freude schwebt in mir die Gewissheit, dass ich mich ausweglos verfangen habe, Zweifel wälzen sich hin und her und Trauer und Mitgefühl, Unverständnis und Einsicht rasen über mich hinweg.
Wie kann das nur sein, wie kann das nur sein wie kann das nur sein?
Schließlich muss ich stehen bleiben, ich krümme mich. Ein undefinierbarer Laut dringt aus meiner Kehle.
Trauer war bei mir immer laut. Oder ganz und gar stumm, manchmal beides.
Es gab Zeiten, da konnte ich nichts außer Heulen.
Ich habe sie getragen.
Trauer prägt uns immer den Stempel der Ewigkeit auf.
"Andere Mütter haben auch schöne Söhne." "Du wirst über ihren Tod hinwegkommen." "Das geht vorbei."
Nein, tut es nicht.
Denn die innere Not taucht mich ganz ein, mitten bis in die Ewigkeit reicht der Riss, der durch mich hindurchgeht.
Heutzutage haben wir Menschen ein Problem mit der Endlichkeit des Lebens. Wer redet schon über den Tod? Es geht weiter, heißt es. Und damit schaffen wir uns auch ein Problem mit der Ewigkeit. Denn auch in der Ewigkeit geht es nicht einfach weiter; die Grenzen von gestern, heute und morgen gibt es dort nicht.
Momente tiefer Trauer, Momente in denen wir weder Fragen noch Antworten haben, sondern nur noch zerrissen sind, nehmen uns die vertrauten Kategorien. Heute, gestern, morgen. Aufstehen, schlafen, Karriere machen. All das bedeutet plötzlich nichts mehr.
Meine Oma erzählte mal, wie sie nur wenige Wochen nach dem Unfalltod ihres Sohnes im Baumarkt aufgehalten wurde. Sie hatte beim Bezahlen einige Gegenstände vergessen, die sie einfach in der anderen Hand gehalten hatte und nun komplimentierte man sie in das Büro des Sicherheitsdienstes, ließ sie bezahlen und die Rechtsbelehrung über die erfolgte Anzeige unterschreiben. Etwas unwichtigeres hatte es mit Sicherheit noch nie gegeben.
Man muss begreifen, dass Trauer etwas existentielles sein kann das das genze Sein des Menschen umfasst.
Frisch getrennt und in einen Kollegen verliebt der mich verarschte, während ich die Erlösung aus meiner jahrelangen Einsamkeit der unerfüllten Beziehung in ihn hineinprojizierte, war mir das Tragikkomische an meiner Situation durchaus bewusst.
Ich konnte mich aber daraus nicht befreien - ich musste es durchleben.
Eben das; etwas klar sehen, aber nicht klar handeln zu können, war Teil des tiefen Schmerzes der mich erfüllte.
Die eigene Machtlosigkeit zu spüren und plötzlich zu erfahren, dass diese umso größer ist, je existentieller das Thema was sie betrifft, ist in unserer von Leitsungsdruck und Machbarkeitswahn geprägten Welt eine ebenso existentielle Erfahrung wie der Tod selbst.
Zu erleben wie meine Gefühle eine solch irrationale und unberechenbare Macht entfalten konnten, war schön und schreklich zugleich.
Ich konnte nichts anderes tun als darauf zu vertrauen, dass ein Leben welches mich in solche Stürme führen konnte auch die Kraft haben würde, sie mich überstehen zu lassen.
Das ist der Moment, in dem ich "Ich, Hiob" sagte.
Und genau so wie es für die Trauer keine Worte gibt, sondern nur den unartikulierten Schrei, gibt es auch für den Stolz und die Freude, das überstanden zu haben, nichts als gewaltigen, wortlosen Jubel.
Es ist mehr, als nur das zu schätzen was ich habe und was ich bin. Auch mehr, als das Leben zu feiern. Denn mehr als ich jemals ersehnen konnte fand ich - nicht jenseits vom Regenbogen sondern nach durchlittener Trauer. Kein Traum, sondern Freude, die die Ewigkeit berührt.
Und so danke ich Gott für mein Leben, für meinen Mann, für mein werdendes Kind. Und für die Zeit der Trauer.
______
Dieser Blogartikel entstand als Beitrag zu der Aktion "Alle reden über Trauer".
Montag, 24. Oktober 2016
Erste Liebe Rosenkranz
![]() |
| John William Waterhouse: Study of a female figure with rosary, 1890 (Quelle: Wikimedia Commons) |
Ein Artikel auf den Cathwalk nutzt des Vergleich mit dem Treffen der Liebenden, um den Rosenkranz näher zu erklären: Es ist nicht etwas, das man zu absolvieren hat, oder schnell hinter sich bringen will...
Die
einfachen Gebete, die sich ablösenden Vater Unser, Ave Maria und Ehre
Sei Dem Vater die dem Glaubensbekenntnis in gleichmäßiger Reihe folgen,
bilden einen Rahmen, innerhalb dessen man sich einswingen kann auf das
Leben Jesu. Einen sicheren Pfad von dem aus man sich der Betrachtung der
Geheimnisse Gottes widmen kann.
Gleichzeitig können wir Jesus durch die Augen seiner Mutter ansehen, von der es heißt:
"Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach." (Lk 2, 19)
Tatsächlich
habe ich genau diese Erfahrung bei meinen ersten Anfängen des
Rosenkranzbetens gemacht. Ein Gebet, in dem sich all die Stationen des
Weges Jesu einer Betrachtung öffnen und sich mir offenbaren, während die
Hand der Mutter mich anleitet, zusammen mit den gläubigen Worten und
dem entdeckenden Staunen meine eigenen Sorgen und Nöte Gott vor die Füße
zu legen.
Auch mit ist es passiert, dass ich
meinen Rosenkranz runtergeleiert oder durchgehetzt habe, atemlos: Wer dieses Gebet zum Sport macht dem wird es schnell sauer werden.
Doch
in der Zeit der ersten Liebe, in den Monaten nach meiner Taufe, die ich
mit fast 20 Jahren empfangen hatte, habe ich erfahren was dieses Gebet
wirklich kann.
Auf dem Boden meines Zimmers sitzend, enthob
ich mich damit der Zeit, lernte Jesus und seine Mutter wirklich
kennen, sah sie, sprach und litt mit ihnen, oft alle drei Rosenkränze
hintereinander in einer Zeit, die den Mittag Nachmittag werden ließ und
den Nachmittag den Abend berühren sah in einem Wimpernschlag.
Es geht.
Geduld.
Aufmerksamkeit. Sich führen lassen. Loslassen. Die eigenen Gedanken
nicht scheuen, sondern sie zusammen mit den Worten an den Perlen entlang
Gott darreichen.
Ein Termin der sich lohnt.
Denn Gott liebt jeden mit der Qualität der ersten Leidenschaft. Egal wie kurz oder lang die Taufe her sein mag.
![]() |
| Michelangelo Merisi da Caravaggio, Rosenkranzmadonna, Detail, 1606-1607 (Quelle: Wikimedia Commons) |
Sonntag, 17. Juli 2016
geschrieben im Dunklen
nirgendwohin
als hier:
Mit dir
Lichterketten-Sterne
Nähe und Ferne
verschmelzen
Dich sehen
und mit dir die Welt sehen
die mir ist, die dir ist
Die uns ist
Es ist Zeit.
Zeit, zu leuchten
Ich kann
nicht alle Schatten verjagen
aber ich kann
bei dir sein.
Du kannst nicht
all meine Schatten tragen
aber ich will
bei dir sein, ich trage sie
und deine mit
wie du meine.
Währenddessen
verschmilzt
unsere Liebe
das alles.
Unsere Leben
alles
was wir mit unseren Gedanken
berührt haben, es zu verändern
und zu erwecken:
Zu etwas neuem
das leuchtet.
Donnerstag, 19. Mai 2016
Wo Glaube Raum gewinnt...
... gewinnen wir alles.
| document pile - Urheber: Niklas Bildhauer Quelle: Wikimedia Commons |
In diesem konkreten Fall die erste Bewährung unserer Beziehung, die Hilfe einer guten Freundin, das Gefühl, unmögliches bewegen zu können, die Möglichkeit von Unter- bzw. Zwischenvermietung einer Wohnung und 6 Romanfragmente.
"Ich hab Angst." Sagte mein Schatz zu mir.
Ich hatte so etwa 6 Tage gebraucht, um zu begreifen wie viele kleine und große Ängste an meiner Idee hingen.
"Wir schaffen das. Ich bin Super Woman, ich kann das," antwortete ich jetzt, am Morgen von Tag x, "ich löse sogar Probleme die es gar nicht gibt. Und Claudia kommt direkt von Anbetung, Laudes und Messe, das ist praktisch noch viel besser, als Super Woman zu sein."
Es war nicht das erste Mal, dass ich meinen Liebsten so tiefenfrustriert erlebt habe, aber es war das erste Mal, dass ich etwas mit dem Grund dafür zu tun hatte.
Ich hatte es nämlich, als ich vorschlug, wir könnten seine Wohnung herrichten und untervermieten, nicht mitbekommen, dass er nur die Idee gut fand.
Es widerstrebt einfach meiner praktischen Veranlagung, mitanzusehen, wie für eine Wohnung Miete abgeht, die sowieso nicht zum Wohnen genutzt wird.
Die Idee hatte ich schon länger, und diese auch schon mehrmals erklärt.
Alles schick, schien mir, wir schaffen die Realisierung halt nur nicht, weil man natürlich dazu neigt, Räumaktionen dieser Art auf die lange Bank zu schieben, wenn man keinen Termin hat.
Und dann.
Ja, und dann.
Dann schuf ich Termindruck, weil ich einer Arbeitskollegin von der Sache erzählte. Ich hatte ein Gespräch mitgehört in dem es darum ging, dass eine Freundin verzweifelt eine Bleibe sucht, da sie schon seit einigen Wochen in Berlin arbeitet, aber noch keine Wohnung hat. Das war's. Wenn ich da nichts gesagt hätte, ach was rede ich! Jemand hätte da vielleicht nichts sagen können, aber garantiert nicht ich!
Man rate, wer sich nicht freute, das Problem jetzt endlich mal anpacken zu können.
Schließlich einigten wir uns auf einen Termin und riefen unsere gemeinsame Freundin Claudia zu Hilfe.
Und da war sie nun also:
Die Wohnung des Schreckens.
Na ja. Wie es eben aussieht, wenn man gleichzeitig an mehreren Schreibprojekten arbeitet, sich mit Papierkram rumschlagen muss, dessen Existenz man nicht wahr haben will, zu nichts kommt, weil man ja auch noch arbeiten muss, da der Füller zwar der beste Kumpel ist, aber nicht die Miete zahlt, und einen die Leere des Raumes ansonsten auch eh nur ankotzt.
Also. Nicht so, wie es bei mir aussieht, wenn man gleichzeitig an mehreren Schreibprojekten arbeitet, sich mit Papierkram rumschlagen muss, dessen Existenz man nicht wahr haben will, zu nichts kommt, weil man ja auch noch arbeiten muss, da der Füller zwar der beste Kumpel ist, aber nicht die Miete zahlt, und einen die Leere des Raumes ansonsten auch eh nur ankotzt.
Die Männervariante davon.
Ich schickte den Mann erst mal seine Kapitalanlagen einlösen.
So viel Euro in Pfandflaschen hat auch nicht jeder. Sehr verbunden, sie zahlten unser Mittag und das Putzzeug.
Auf dem Bett legte ich sechs Stapel an für die unterschiedlichen Sorten von Papierkram, die sich so auf dem Boden fanden, während Claudia die Küchenecke auf geradezu magische Weise schick machte und sich dann von mir ins Bad schicken ließ.
"Wir haben beschlossen: Die Aktion heißt jetzt 'wo Glaube Raum gewinnt'!" Verkündete Claudia dem Rückkehrer. "Ja," musste ich bei Gelegenheit bestätigen, "ich hab dich noch lieb."
Wir beschlossen, die Wohnung zu malern und verabredeten ein zweites Treffen zum Fortsetzen der Aktion.
Mein Liebster war sichtlich froh, vor allem seine wieder gefundenen Romane, 5 Entwürfe in Fragmenten, freuten ihn sichtlich. Ich bekam einiges Schönes daraus zu hören, was mich wiederum anregte, mal wieder die Fragmente meines angefangenen Romans hervorzukramen.
Einfach toll.
Der Mann ist perfekt für mich.
Obwohl ich kein Ordnungsfreak bin, ist er weniger ordentlich als ich, das ist wichtig für das Überleben einer Beziehung! Und er hat mehr Bücher gelesen als ich, das ist wichtig für das Überleben meiner Beziehung!
Ich liebe ihn.
Ich glaube wir sind ein tolles Paar.
Sonntag, 4. Oktober 2015
Vier Monate zusammen und noch immer nicht...
... verblödet, äh verbloggt, äh nein, doch, verblödet
Nein, ich habe nicht die Absicht, etwas dazu zu sagen, wie die Beziehung zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und den Bloggern aussieht im Vergleich dazu wie sie aussehen sollte.
Die Palme auf der ich diese Überschrift fand wurde von jemand anderem gepflanzt:
Ellen Jacobi. Ihr auf dem Jakobsweg spielender Roman "Frau Schick räumt auf" ist besser geschrieben als unsere letzte Nachtlektüre. Nur leider strotzt sie umso mehr von blöden Ideen derselben Art.
Der Roman wurde mir von einer lieben Freundin geliehen. Wäre es mein Buch, hätten wir den Text wohl bereits redigiert. Um 2/3 kürzer wäre es wahrscheinlich ein guter Roman. So beschlossen wir gestern, hm, eigentlich wollen wir ja doch weiterlesen, wir tun einfach so als sei das letzte Kapitel nicht existent.
Man kann sich ja fragen, wieso wor sowas tun. Also schlechte Literatur lesen, die auch noch Themen verunglimpft mit denen wir zwei uns nicht nur besser auskennen als die Autoren, sondern die uns auch noch am Herzen liegen. Nun ja. Sagen wir mal, sich gemeinsam zu amüsieren kann eben viele Formen annehmen... Es ist so ein bisschen wie beim gemeinsamen Schlagabtausch mit der Facebook Repräsentanz des Bistums Münster. (Und wehe hier sagt jetzt einer, wir sollten uns nicht gegenseitig hochjubeln!)
Doch genug der Vorrede.
Her mit der Palme!
Ich zitiere:
"Immer nur verliebt und wie mit Pattex aneinandergeklebt, das führt doch zur Verblödung!" (S. 222)
Wir haben erst mal gelacht.
Doch was genau steckt eigentlich hinter dieserm postfeministischen Liebes-unglauben?
Ich spule mal ein paar Sätze zurück:
"Die meisten jungen Leute haben da heute ja höchst unvernünftige Erwartungen und gehen sofort auseinander, wenn es mit der Romantik in der Ehe nicht mehr klappt. Romantik ist ja geradezu eine neue Religion." (ebd.)
So weit so zustimmungsfähig.
Wir waren auch erst mal direkt erstaunt, wo die Autorin so plötzlich ein weises Wort hernahm.
Doch die dem folgende Gleichsetzung von Liebe, Romantik und Verliebtheit offenbart den Fehler im System.
Aber keine Angst, es geht noch platter:
"Immerhin haben sie und Paulchen einander immer respektiert und auch das Bedürfnis nach Eigenleben. Sie haben ihre Persönlichkeiten nie dem Partnerlook geopfert [...]" (ebd.)
Also. Postfeministische Lebens- und Liebesweisheit mal kurz auf eine Formel gebracht:
Liebe = Romantik = Verliebtheit = das, was einen zu solchen Plattitüden wie Partnerlook treibt = Aufgabe der eigenen Persönlichkeit
Klar.
Nun, ich bin eigentlich schon immer der Meinung gewesen, dass die gegenwärtige Zeit es einem besonders schwer macht, seinen geeigneten Partner zu finden.
Der moralische Liberalismus erlaubt es nämlich, dass romantische Gefühle zur Bedürfnisbefriedigung missbraucht werden.
Doch machen wir uns nichts vor: Das ging früher auch. Und hinterließ weit dramtischere Spuren, wenn etwa eine Sitzengelassene der gesellschaftlichen Ächtung ausgesetzt war und, allein, vielleicht aus Familie und Heimat verstoßen, ein ebenso geächtetes Kind durchbringen musste.
Heute ist es nicht im geringsten ungewöhnlich, wechselnde oder eben gar keine Beziehungen zu haben. Ich z.B. bin in der Überzeugung aufgewachsen, allein erziehende Mutter zu sein ist genau so normal wie eine Familie mit Partner zu haben. Natürlich ist diese durch mein kindliches Erleben geprägte Auffassung schon eine gewisse Zuspitzung, lässt sich doch festhalten, dass es in der Gesellschaft schon auch ein Problembewusstsein gibt dafür, dass es eben allein mit Kind schwer ist.
Der Punkt ist: Heutzutage ist es normal, schnell Beziehungen einzugehen und mit dem Partner im Bett zu landen, bevor man Zeit hatte zu überprüfen, ob die Verliebtheit denn auch wirklich zu echter Liebe heranwachsen kann. Verliebtsein ist romantisch, deshalb schön. Stimmt soweit. Falsch aber ist es, anzunehmen, genau deshalb haben Vorsicht und Geduld da nichts zu suchen.
Ja, ich bin meine Beziehungen auch so schnell eingegangen. Alle. Ich konnte schlicht nicht anders, weil es mich zu dem drängte, an den mein Herz sich zu hängen anfing.
Ich habe nie gelernt, wie man es schafft, das Herz aufmerken zu lassen, den Schritt zu lenken und zu verlangsamen, um erst zu prüfen, ob sich denn da, bei diesem, auch Boden findet, auf dem ich und mein Herz leben können.
Dazu kommt, dass Vorsicht dieser Art heute nicht mehr als Sorgfalt erkannt wird. Allzu schnell hält man für Abweisung und Lieblosigkeit was sich doch eigentlich gerade aus echter Liebe speist.
Ist ja auch kein Wunder; in einer Gesellschaft, in der es normal ist, zumindest theoretisch mit jedem ins Bett zu gehen der einem auch nur gefällt.
Als ich 16 war stellte mir eine zwei Jahre ältere Freundin am Telefon die Frage, ob sie noch normal sei. Es ging darum, dass sie mit 18 noch Jungfrau war. Natürlich ist das noch normal, machte ich mich stark.
Aber was ich nicht wusste und was mir die gesamte Atmosphäre um mich herum anders beigebracht hat ist, dass es nicht total absurd ist, mit jemandem den man liebt nicht gleich ins Bett zu geben.
In diesem Sinne haben die Postfeministinnen Recht:
Wer sich von Romantik dazu verführen lässt, Verliebtheit vorschnell mit Liebe gleichzusetzen, macht sich verletzlich und bringt sich in die doppelte Gefahr der Vereinnahmung einer- und des Sitzengelassenwerdens andererseits.
Wenn es in einer übereilt aus romantischer Verblendung eingenangenen Beziehung an Liebe mangelt, ist man in einer ständigen Bringepflicht: Man muss dem anderen jeden Tag aufs Neue beweisen, wie man den anderen am Anfang so begeistern konnte.
Ich werde nie den bodenlos enttäuschten Gesichtsausdruck meines Ex vergessen, als er mir, mit einer Mischung aus Ratlosigeit und Vorwurf, sagte: "Und ich dachte, du wärst fleißig!"
Oder wie er, neben anderen Vorwürfen, die er im Annulierungsprozess erhob, um meine Glaubwürdigkeit zu diskreditieren, schrieb, ich habe bei der morgendlichen Zubereitung von Schnittchen für seine Mutter keine Rücksicht darauf genommen, was sie aufgrund ihres krebsgeschädigten Magens nicht vertrug.
Bringepflicht:
Ich habe, nicht täglich, aber doch gewohnheitsmäßig, solche Sachen gemacht wie für meine Schwiegermutter etwas vorbereiten, dabei - natürlich! - Brotbelag gewählt, den sie bevorzugte und mit der geringen Auswahl versucht, eine durch Abwechslung anregende Mischung zu finden, damit sie sich nicht ausschließlich von Kuchen ernährte, oder gar nichts aß. Weniger erfolgreich war ich in Sachen Haushalt; sowas wie Staubsaugen und Staubwischen etc. habe ich nicht in einem wöchentlichen Rhythmus geschafft, jede Woche die Wäsche zu machen ging meist noch gerade.
Liebe, Zuneigung oder auch nur Respekt konnte ich damit nicht erwerben.
Wahrscheinlich bin ich verblödet.
Aber, liebe Postfeministinnen, diese Phänomene haben mit Liebe nichts zu tun.
Sie werden möglich, weil es heutzutage nicht mehr notwendig ist, sich einer Person an der man ein sexuelles Interesse hat, mit respektvoller Vorsicht zu nähern. Sie werden möglich, weil es heutzutage verpönt ist, abzuwarten und sich zurückzuhalten, bis man wirklich weiß, ob diese Verliebtheit zu echter Liebe wachsen kann, oder ob es sich nur um eine romantische Verblendung handelt. Sie werden möglich, weil man allzu oft nur die Wahl hat, ob man sich jemandem jetzt verpflichtet fühlen soll, weil er einem den Hof macht, oder eben nicht.
Ich bin davon überzeugt, dass eine Erziehung, in der mir beigebracht wird, wie zum Teufel noch mal man es anstellt, seine Jungfräulichkeit zu bewahren, mir (und auch den meisten anderen Menschen!) viel Seelenqual und biografische Irrwege erspart hätte. Aber dieses Wissen ist und bleibt mir verborgen.
Wie habe ich das gelöst?
Ich habe nach einer sehr schmerzhaften Zeit sehr genau gewusst, worauf ich achte, ganz von selbst haben sich anhand der Negativerfahrung in mir die Fragen gebildet: Welche Eigenschaften muss ein Mann haben, damit ich ihn wirklich lieben kann, mit allem was dazugehört? Welche Eigenschaften braucht er, damit er mich so lieben kann wie ich bin? Welche Eigenschaften stören mich an einem Mann so sehr, dass ich ihn nicht verstehen, nicht lieben, nicht respektieren könnte? Welche Eigenschaften würden es ihm erschweren, ja unmöglich machen, mich zu verstehen, zu lieben und zu respektieren?
Das Leben hielt mich fest am Ort der Schmerzen, bis ich auch die Antworten hatte.
Und dann kam das Wunder:
Beim Lesen eines gewissen Blogs ging bei mir ein Licht an und die aus den Antworten gebildete 'innere Liste' klappte auf:
Ich las und las und las und ein Häkchen nach dem anderen erschien.
Ein Screenshot verriet mir den Namen seines Facebook-Profils - genau zwei Tage bevor Zuckerdose ihn aufforderte, seinen realen Namen im Profil anzugeben.
Ein Blick in die Info-Rubrik setzte ein weiteres wichtiges Häkchen in meine Liste.
Und jetzt wollte ich sehen, ob das Potential sich in der Begegnung tatsächlich entladen würde.
Es tat's.
Mein Liebster und ich sind tatsächlich gerade etwas mehr als vier Monate ein Paar.
Und wir können immer wieder erstaund feststellen:
Es ist gar nicht langweilig, sich die ganze Zeit zu sagen, dass man sich lieb hat.
Da braucht man auch kein Pattex.
Und der Partnerlook wird davon auch nicht angelockt.
Samstag, 26. September 2015
Erkenntnis
Seit dir
weiß ich es genau:
Glück verjährt nicht.
Es wird weder langweilig
noch schal.
Die Leute
lügen einfach, vielleicht,
weil sie es sich nicht vorstellen können.
Doch:
Glücklicher sein als je denkbar war
nutzt sich nicht ab.
(Wie man ja übrigens
auch nach Jahren des Unglücks
nicht weniger Schmerz empfindes, aber das nur nebenbei.)
Das Staunen
wird geringer, weil Vertrauen wächst.
Dankbarkeit
nimmt zu.
Man wird nicht einfach
übersättigt von Freude.
Freude
berauscht, aber sie macht nicht trunken.
Freude sättigt,
aber sie macht nicht dick.
Ich entwickle
ganz neue Kapazitäten
und Kräfte,
wenn es darum geht, zu verarbeiten,
wie schön
es
ist
mit dir.
weiß ich es genau:
Glück verjährt nicht.
Es wird weder langweilig
noch schal.
Die Leute
lügen einfach, vielleicht,
weil sie es sich nicht vorstellen können.
Doch:
Glücklicher sein als je denkbar war
nutzt sich nicht ab.
(Wie man ja übrigens
auch nach Jahren des Unglücks
nicht weniger Schmerz empfindes, aber das nur nebenbei.)
Das Staunen
wird geringer, weil Vertrauen wächst.
Dankbarkeit
nimmt zu.
Man wird nicht einfach
übersättigt von Freude.
Freude
berauscht, aber sie macht nicht trunken.
Freude sättigt,
aber sie macht nicht dick.
Ich entwickle
ganz neue Kapazitäten
und Kräfte,
wenn es darum geht, zu verarbeiten,
wie schön
es
ist
mit dir.
Mittwoch, 2. September 2015
Der Bauch auch
So einen lieben Schatz hab ich; von innen ist mir ganz lieblich.
Einmal, zur Nacht, nach dem Schmatz, da hör ich, o je, sein Bauch ist grummelig.
Gewittergrummelig nämlich - nicht so ganz doll, aber mummelig und schrummelig.
Und die Nacht kommt und nachtet und der Abendstern schmachtet und ich lausche und bausche meine Luft. Die Atemluft nämlich.
Aber die ist ganz ruhig und mein Schatz ist es auch.
Nur mein Herz staunt und raunt: "Hallo Bauch, merkst du's auch? Es ist doch hier gar heimelig und ich bin so glücklich und zufrieden bei dir."
Der Bauch findet das auch. Aber er ist noch etwas grummelig und mummelig und sagt: "Bloß das Gewitter hab ich nicht bestellt; weder bei dir noch in der Welt."
Das Herz sagt: "Ja aber das ist draußen und wir sind drin. Und: Das geht vorbei und wir bleiben uns."
Und außerdem bemerkt das Herz: "Gib's zu, du bist schon gar nicht mehr schrummelig."
Der Bauch findet das auch. Aber er mag keine vorlauten Organe, egal ob Herz oder Hirn, sondern er will alles lieber selber bevormunden. Deswegen sagt er: "Aber was hast du mir denn zu sagen, du Herz, wo du doch nicht mal in den gleichen Menschen eingewachsen bist?"
Das Herz sagt: "Ja aber du bist in mich eingewachsen mit dem ganzen Menschen zu dem du gehörst und das ist viel viel mehr." Und außerdem bemerkt das Herz: "Gib's zu, du bist schon gar nicht mehr mummelig."
Der Bauch findet das auch. Aber er ist noch ein bisschen grummelig und denkt: 'Wenn jetzt hier die ganzen Schmetterlinge aufwachen, dann wird es wiesel-wuselig und keiner kann mehr schlafen.' Deswegen sagt er: "Nun gib Ruh' im nu es ruft schon der Uhu!"
Das Herz lacht und ist still, denn es hat ja alles was es will. Es weiß: Morgen darf es mit allen zusammen aufstehen und den Schatz herzen und mit den Schmetterlingen scherzen. Die grummeln nicht, sondern tummeln sich im Liebestaumel.
Einmal, zur Nacht, nach dem Schmatz, da hör ich, o je, sein Bauch ist grummelig.
Gewittergrummelig nämlich - nicht so ganz doll, aber mummelig und schrummelig.
Und die Nacht kommt und nachtet und der Abendstern schmachtet und ich lausche und bausche meine Luft. Die Atemluft nämlich.
Aber die ist ganz ruhig und mein Schatz ist es auch.
Nur mein Herz staunt und raunt: "Hallo Bauch, merkst du's auch? Es ist doch hier gar heimelig und ich bin so glücklich und zufrieden bei dir."
Der Bauch findet das auch. Aber er ist noch etwas grummelig und mummelig und sagt: "Bloß das Gewitter hab ich nicht bestellt; weder bei dir noch in der Welt."
Das Herz sagt: "Ja aber das ist draußen und wir sind drin. Und: Das geht vorbei und wir bleiben uns."
Und außerdem bemerkt das Herz: "Gib's zu, du bist schon gar nicht mehr schrummelig."
Der Bauch findet das auch. Aber er mag keine vorlauten Organe, egal ob Herz oder Hirn, sondern er will alles lieber selber bevormunden. Deswegen sagt er: "Aber was hast du mir denn zu sagen, du Herz, wo du doch nicht mal in den gleichen Menschen eingewachsen bist?"
Das Herz sagt: "Ja aber du bist in mich eingewachsen mit dem ganzen Menschen zu dem du gehörst und das ist viel viel mehr." Und außerdem bemerkt das Herz: "Gib's zu, du bist schon gar nicht mehr mummelig."
Der Bauch findet das auch. Aber er ist noch ein bisschen grummelig und denkt: 'Wenn jetzt hier die ganzen Schmetterlinge aufwachen, dann wird es wiesel-wuselig und keiner kann mehr schlafen.' Deswegen sagt er: "Nun gib Ruh' im nu es ruft schon der Uhu!"
Das Herz lacht und ist still, denn es hat ja alles was es will. Es weiß: Morgen darf es mit allen zusammen aufstehen und den Schatz herzen und mit den Schmetterlingen scherzen. Die grummeln nicht, sondern tummeln sich im Liebestaumel.
Montag, 20. Juli 2015
Ich hab... Glück
Ich hab ein Bett, ich hab einen geliebten Schatz
Und kriege vorgelesen.
Wie sollte ich da nicht glücklich sein?
Ach ja, ich hab auch ein Gipsbein.
Doch nach solch marginalen Plagen
Will ich weiter gar nicht fragen.
Und kriege vorgelesen.
Wie sollte ich da nicht glücklich sein?
Ach ja, ich hab auch ein Gipsbein.
Doch nach solch marginalen Plagen
Will ich weiter gar nicht fragen.
Samstag, 11. Juli 2015
Von der Tugend zur Hartnäckigkeit
In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. 3In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! 4Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; 5trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
Dieses Gleichnis wird im Lukasevangelium (18.1-8) eingeleitet mit den Worten, Jesus sagte ihnen ein Gleichnis, um zu zeigen, dass sie allzeit beten und darin nicht nachlassen sollten.
Wenn ich das anshe, finde ich, diese Witwe ist als eine bis zur Unvernunft mutige Person vorzustellen, ein Aspekt, auf den Jesus in dem Gleichnis nicht eingeht.
Es geht ihm um etwas anderes: Also Leute, checkt es doch endlich, dass Gott seine Auserwählten die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht verlässt. Er ist da und hilft. Unverzüglich. Also etwas mehr Mut wenn ich bitten darf!
Am Ende des Gleichnisses heißt es nämlich: "Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben finden?
Dennoch finde ich es einer ausführlicheren Betrachtung wert, wieso jetzt sowas wie Hartnäckigkeit eine christliche Tugend sein soll.
Die Hartnäckigen. Das sind doch immer die, die nerven, oder?
Und Jesus fand das gut oder was?!?
In der Tat finden sich in den Evangelien noch mehr Stellen, in denen diese Eigenschaft belohnt wird, z.B.
Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. 23Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her. 24Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. 25Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! 26Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. 27Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. 28Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
Was also verbirgt sich hinter dieser Eigenschaft?
Zunächst mal denke ich vor allem an diese gewisse Art von Skrupellosigkeit, also:
Keine Angst zu haben, den anderen zu nerven oder etwas unpassendes zu sagen.
Mein Bedürfnis ist echt, ob es passt oder nicht.
Aber auch Gottvertrauen steckt darin:
Die Fähigkeit Jesu, zu helfen, ist auch echt, ob es passt oder nicht.
Und da haben wir es schon. Dieses besondere Gottvertrauen, dass sich auch durch Ausbleiben einer positiven Antwort nicht abschütteln lässt. Das ist es, worum es Jesus geht.
Niemand hat behauptet, dass es immer leicht sei, Gott zu vertrauen.
Aber wir sollen es trotzdem, und gerade wenn es sehr schwer fällt ist es wichtig.
Ohne die Fähigkeit zu dieser Form von Vertauen; den Mut haben, auch dann Gott zu lieben und sich geliebt zu wähnen wenn es nicht nur unvernünftig, sondern wirklich vollkommen abstrus erscheint. Die brauchen wir, Die ist das, was wirklich stark macht.
Mit dem Glauben überwinden wir Mauern, heißt es ja auch.
Man bedenke, wenn keine Mauern da sind, kann man auch keinen Spruch darüber machen, dass dieselben mit Hilfe des Glaubens zu überwinden sind.
Man bedenke auch, wenn die Mauern so niedrig und bequem sind, dass wir das aus eigener Kraft schaffen, braucht man auch keinen Spruch darüber machen, dass dieselben mit Hilfe des Glaubens zu überwinden sind.
Insofern ist Hartnäckigkeit an sich vielleicht keine christliche Tugend. Aber Glaube, Vertrauen und Liebe (denn diese Dinge gehören zusammen) sind die Tugenden, aus denen auch Hartnäckigkeit erwächst.
Und für die die noch im Kursus laufen sei (zur Erleichterung oder Ermutigung) gesagt:
In jedem Fall ist frech sein an sich keine Sünde sondern kann sogar tugendfördernd sein.
Das ist der Unterschied zwischen Frechheit und Verschlagenheit: Erstere erwächst aus dem Vertrauen, dass das Gegenüber die eigenen Eskapaden wohlwollend aufnehmen wird. Und das ist schon nah dran an Glaube und Liebe.
Dieses Gleichnis wird im Lukasevangelium (18.1-8) eingeleitet mit den Worten, Jesus sagte ihnen ein Gleichnis, um zu zeigen, dass sie allzeit beten und darin nicht nachlassen sollten.
Wenn ich das anshe, finde ich, diese Witwe ist als eine bis zur Unvernunft mutige Person vorzustellen, ein Aspekt, auf den Jesus in dem Gleichnis nicht eingeht.
Es geht ihm um etwas anderes: Also Leute, checkt es doch endlich, dass Gott seine Auserwählten die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht verlässt. Er ist da und hilft. Unverzüglich. Also etwas mehr Mut wenn ich bitten darf!
Am Ende des Gleichnisses heißt es nämlich: "Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben finden?
Dennoch finde ich es einer ausführlicheren Betrachtung wert, wieso jetzt sowas wie Hartnäckigkeit eine christliche Tugend sein soll.
Die Hartnäckigen. Das sind doch immer die, die nerven, oder?
Und Jesus fand das gut oder was?!?
In der Tat finden sich in den Evangelien noch mehr Stellen, in denen diese Eigenschaft belohnt wird, z.B.
Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. 23Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her. 24Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. 25Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! 26Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. 27Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. 28Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
Was also verbirgt sich hinter dieser Eigenschaft?
Zunächst mal denke ich vor allem an diese gewisse Art von Skrupellosigkeit, also:
Keine Angst zu haben, den anderen zu nerven oder etwas unpassendes zu sagen.
Mein Bedürfnis ist echt, ob es passt oder nicht.
Aber auch Gottvertrauen steckt darin:
Die Fähigkeit Jesu, zu helfen, ist auch echt, ob es passt oder nicht.
Und da haben wir es schon. Dieses besondere Gottvertrauen, dass sich auch durch Ausbleiben einer positiven Antwort nicht abschütteln lässt. Das ist es, worum es Jesus geht.
Niemand hat behauptet, dass es immer leicht sei, Gott zu vertrauen.
Aber wir sollen es trotzdem, und gerade wenn es sehr schwer fällt ist es wichtig.
Ohne die Fähigkeit zu dieser Form von Vertauen; den Mut haben, auch dann Gott zu lieben und sich geliebt zu wähnen wenn es nicht nur unvernünftig, sondern wirklich vollkommen abstrus erscheint. Die brauchen wir, Die ist das, was wirklich stark macht.
Mit dem Glauben überwinden wir Mauern, heißt es ja auch.
Man bedenke, wenn keine Mauern da sind, kann man auch keinen Spruch darüber machen, dass dieselben mit Hilfe des Glaubens zu überwinden sind.
Man bedenke auch, wenn die Mauern so niedrig und bequem sind, dass wir das aus eigener Kraft schaffen, braucht man auch keinen Spruch darüber machen, dass dieselben mit Hilfe des Glaubens zu überwinden sind.
Insofern ist Hartnäckigkeit an sich vielleicht keine christliche Tugend. Aber Glaube, Vertrauen und Liebe (denn diese Dinge gehören zusammen) sind die Tugenden, aus denen auch Hartnäckigkeit erwächst.
Und für die die noch im Kursus laufen sei (zur Erleichterung oder Ermutigung) gesagt:
In jedem Fall ist frech sein an sich keine Sünde sondern kann sogar tugendfördernd sein.
Das ist der Unterschied zwischen Frechheit und Verschlagenheit: Erstere erwächst aus dem Vertrauen, dass das Gegenüber die eigenen Eskapaden wohlwollend aufnehmen wird. Und das ist schon nah dran an Glaube und Liebe.
Schatzfinder
Gelaufen
Durch alle Länder und Meere, nicht,
Dass mir einer das Wasser geteilt hätte.
All seine Wellen und Wogen gingen über mich hin.
Wollte er mich abschneiden, so fragte ich ihn,
Ich war doch nicht
Zuende gewoben.
Und ich zog mir die Pilgerschuhe nicht mehr aus.
Gefunden
Den Schatz habe ich gefunden:
Ich will,
Sagte ich,
Nämlich
All das was doch
Schon lang nicht mehr möglich erscheint.
(War es das eigentlich?)
Ich, trotzig:
Denn bei Gott ist Nichts unmöglich
Haben sie gesagt.
Auch:
Er selber
(Nämlich, als er, das Wort, Fleisch war in der Welt)
hat außerdem
für Beharrlichkeit gesprochen.
Ich bestaune
Meinen Schatz
Von allen Seiten:
Nicht nur
Was ich wünschte, sondern
Auch
Was ich nicht zu wünschen wagte.
Ist da.
Gott ist groß.
Durch alle Länder und Meere, nicht,
Dass mir einer das Wasser geteilt hätte.
All seine Wellen und Wogen gingen über mich hin.
Wollte er mich abschneiden, so fragte ich ihn,
Ich war doch nicht
Zuende gewoben.
Und ich zog mir die Pilgerschuhe nicht mehr aus.
Gefunden
Den Schatz habe ich gefunden:
Ich will,
Sagte ich,
Nämlich
All das was doch
Schon lang nicht mehr möglich erscheint.
(War es das eigentlich?)
Ich, trotzig:
Denn bei Gott ist Nichts unmöglich
Haben sie gesagt.
Auch:
Er selber
(Nämlich, als er, das Wort, Fleisch war in der Welt)
hat außerdem
für Beharrlichkeit gesprochen.
Ich bestaune
Meinen Schatz
Von allen Seiten:
Nicht nur
Was ich wünschte, sondern
Auch
Was ich nicht zu wünschen wagte.
Ist da.
Gott ist groß.
Mittwoch, 1. Juli 2015
Renne ruhig
Ich möchte nicht mehr kämpfen.
Ich möchte mich nicht verteidigen.
Nicht für mein überschießendes Vertrauen.
Nicht für meinen rasenden Optimismus-
Nicht für meine
- immer noch!-
Arglos auf ihrem Recht beharrende Freude.
Ich mächte meine Hoffnung nicht befragen nach den Lügen der Zeit.
Ich möchte die Zeit nicht erst fragen, was ihr Hoffnung bedeutet.
Ich frage Gott.
Ich eile.
Ich warte.
Ich fliege zu dir.
Ich fliege, soweit ich kann.
Dann
Kann ich immer noch abwarten, bis,
Und bis wohin,
es weiter geht.
Du aber sollst mich küssen derweil.
Ich möchte mich nicht verteidigen.
Nicht für mein überschießendes Vertrauen.
Nicht für meinen rasenden Optimismus-
Nicht für meine
- immer noch!-
Arglos auf ihrem Recht beharrende Freude.
Ich mächte meine Hoffnung nicht befragen nach den Lügen der Zeit.
Ich möchte die Zeit nicht erst fragen, was ihr Hoffnung bedeutet.
Ich frage Gott.
Ich eile.
Ich warte.
Ich fliege zu dir.
Ich fliege, soweit ich kann.
Dann
Kann ich immer noch abwarten, bis,
Und bis wohin,
es weiter geht.
Du aber sollst mich küssen derweil.
Dienstag, 23. Juni 2015
Der Wanderer
Ich wanderte im finsteren Tal
Und fürchtete nicht das Unheil.
Schwach war es, es hinkte,
Es stützte sich auf mich als ich lief.
Doch ich fürchtete mich nicht, als ich zog
Hinauf, zum Tempel des Herrn, dort zu wandeln.
Besser wandern alle Tage
Um einen in den Vorhöfen deines Heiligtums;
Habe ich deine Schwelle - was sollen mir die Zelte der Frevler?
Auch das Unheil geht nach ihnen nicht aus.
Käme es nicht zu mir
Wer würde es kleiden?
Doch
Hat einer einmal ein Festgewand
so soll er auch feiern.
Ich wanderte im finsteren Tal,
Da ich wusste vom Licht.
Ich wanderte blind,
An Steine stieß ich
Nicht, ohne sie fragen zu hören,
Ob sie mir Haus sein dürfen.
Mir aber winkte die Schwelle.
Ich ließ ihnen ein Pfand und ging fort.
Für die Vorhöfe des Heiligtums und für den Platz an der Schwelle
Wird es schon genug sein, was am Ende noch bleibt.
Ich wanderte im finsteren Tal
Und meine Hände waren frei von Gepäck.
Ein jeder wollte getragen sein.
Ich sagte: Auf Zeit:
Denn der Stecken und Stab wartet meiner.
Und wer am Ruheplatz mir Wasser
Sein wird
Mit dem gelange ich ans Ziel.
Und fürchtete nicht das Unheil.
Schwach war es, es hinkte,
Es stützte sich auf mich als ich lief.
Doch ich fürchtete mich nicht, als ich zog
Hinauf, zum Tempel des Herrn, dort zu wandeln.
Besser wandern alle Tage
Um einen in den Vorhöfen deines Heiligtums;
Habe ich deine Schwelle - was sollen mir die Zelte der Frevler?
Auch das Unheil geht nach ihnen nicht aus.
Käme es nicht zu mir
Wer würde es kleiden?
Doch
Hat einer einmal ein Festgewand
so soll er auch feiern.
Ich wanderte im finsteren Tal,
Da ich wusste vom Licht.
Ich wanderte blind,
An Steine stieß ich
Nicht, ohne sie fragen zu hören,
Ob sie mir Haus sein dürfen.
Mir aber winkte die Schwelle.
Ich ließ ihnen ein Pfand und ging fort.
Für die Vorhöfe des Heiligtums und für den Platz an der Schwelle
Wird es schon genug sein, was am Ende noch bleibt.
Ich wanderte im finsteren Tal
Und meine Hände waren frei von Gepäck.
Ein jeder wollte getragen sein.
Ich sagte: Auf Zeit:
Denn der Stecken und Stab wartet meiner.
Und wer am Ruheplatz mir Wasser
Sein wird
Mit dem gelange ich ans Ziel.
Donnerstag, 18. Juni 2015
Ein Psalmsänger-Gedicht
Singt dem Herrn ein neues Lied,
Spielt Ihm, preist seinen Namen!
Wunderbare Taten hat er vollbracht
(Zum Beispiel hat er dich gemacht.)
Der Herr ist ein König, der den Kriegen ein Ende setzt.
Er beendet die Kriege die in mir tobten,
Er stillt die Stürme die mich umwogten.
Ein Gott ist er, vor dem die Völker erzittern.
Mein Gott ist er, aus meines Herzens Splittern
Baut er Paläste, komm
Darin zu wohnen!
Ich singe dem Herrn ein Lied.
Er führt mich von Meer zu Meer.
Zum Felsen formte er mich,
Ich bin stärker als jedes Heer.
Ich singe dir mein Lied.
S. Reh - 17.06.2015
Spielt Ihm, preist seinen Namen!
Wunderbare Taten hat er vollbracht
(Zum Beispiel hat er dich gemacht.)
Der Herr ist ein König, der den Kriegen ein Ende setzt.
Er beendet die Kriege die in mir tobten,
Er stillt die Stürme die mich umwogten.
Ein Gott ist er, vor dem die Völker erzittern.
Mein Gott ist er, aus meines Herzens Splittern
Baut er Paläste, komm
Darin zu wohnen!
Ich singe dem Herrn ein Lied.
Er führt mich von Meer zu Meer.
Zum Felsen formte er mich,
Ich bin stärker als jedes Heer.
Ich singe dir mein Lied.
S. Reh - 17.06.2015
Montag, 15. Juni 2015
Packliste für den Jakobsweg
Aus aktuellem Anlass sei nun ENDLICH mal begonnen mit meiner Jakobsweg verarbeitenden Textproduktion.
...
(Insider sind bei Insiderwitzen klar im Vorteil.)
Also.
Das Grundprinzip des sich auf dem Jakobsweg bewegenden Menschen besteht darin, - ... ach egal, das wird mir jetzt zu kompliziert!
Jedenfalls besteht das Grundprinzip des Packens in der Vermeidung von Gewicht.
So trägt der Jakobuspilger eine Montur an Klamotten im Rucksack und die zweite am Leib; wäscht letztere nach Ankunft in der Pilgerherberge und nutzt Teile der sauberen als Schlafkleidung, um am nächsten Tag in höchstselbiger weiterzulaufen, wobei es von Vorteil ist, die gewaschenen Klamotten vor dem Schlafengehen von der Leine zu nehmen und einzupacken, da sie andernfalls vom morgendlichen Tau befeuchtet werden.
Man besorge sich einen guten, aber kleinen, Trekkingrucksack den man vor dem Kauf natürlich in bepackter Version durch einige Minuten rumlaufen im Laden erprobt, was den Vorteil hat, dass einem der Mitarbeiter das Zurechtzurren desselben zeigen kann - neben dem offensichtlichen Vorteil, dass man einen Rucksack bekommt, der WIRKLICH gut genug sitzt, um darin alles zu tragen was der Pilger so auf 800km braucht. Man packe ein:
1 Paar gute (!!!!) Wanderschuhe die man natürlich mit ausführlischtem Probelaufen im Fachgeschäft aus einer Auswahl von mindestens 3 gekauft hat. Vollleder ist gut. Joggingschuhe gehen gar nicht, weil der Fuß beim Joggen unter einer anderen Art von Spannung steht als beim Gehen was dazu führt, dass die Zehen beim Wandern in Joggingschuhen zu viel Platz haben und Reibung verursachen die üble Blasen verursacht.
1 dünner Pullover
1 Regencape
1 sehr dünner Schlafsack, nur ein Seideninlet geht auch
1 Duschgel das man gleichzeitig für Haare und Wäsche verwenden kann (Ob man es glaubt oder nicht: man kann in Spanien Duschgel nachkaufen!!!) Ein Stück Seife spart übrigens noch mehr Gewicht, aber selbst ich gehöre zu den Leuten, die für das angenehmere Gefühl auf der Haut 50g mehr tragen, zumal ich finde, dass Haare waschen mit Seife ja nun mal gar nicht geht.
1 mobiles Endgerät, dass man sowohl zum Einloggen in W-Lan Netze (Ja! Es gibt welche! In den Herbergen und sogar in vielen Cafés am Weg!) als auch zum Tagebuch führen, Lesen (Kindle App!) und Fotografieren benutzen kann. (Oder anders gesagt: Man spare sich Laptop und Fotoapparat.)
1 Tube Zahnpasta - gut geeignet ist Ajona; in kleinen Tuben in der Apotheke erhältlich reicht ein Reiskorngroßes bisschen oder weniger für ein Mal Zahn putzen. Man kann also mit einer zu 4/5 aufgebrauchten Ajona Tube losgehen und hat bis zum Ende des Weges genug Zahnpasta.
1 Haarbürste
1 möglichst leichtes Rasiergerät (Hartgesottene Tracker lassen sich natürlich einfach zuwachsen, aber... siehe oben beim Thema Seife.)
1 Tube Sonnencreme (Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wirklich schwer ist, in Spanien preiswerte Sonnencreme zu bekommen, daher ist hier ausnahmsweise Vorratsschleppen gestattet.)
1 Handtuch - z.B. eines dieser ultraleichten Trekkingteile die super mega viel Wasser aufnehmen und super mega schnell trocknen. Ein Sarong/Pareo aus Baumwolle tut es auch. Die Teile sind ultra dünn, ultra leicht und saugen Wasser auch wirklich sehr gut auf, auch wenn es sich ungewohnt anfühlt, sich mit sowas abzutrocken. Sie besitzen alle Eigenschaften der High Teck Handtücher, außer des hohen Preises. Als Frau hat man den Vorteil, das Teil nach dem Duschen gleich als Kleid oder Rock benutzen zu können.
1 Pilgerführer (Die kleinsten, handlichsten und einfachsten kann man auch am Weg kaufen; ich empfehle den von Raimund Joos, der sehr gute Beschreibungen der Herbergen enthält; ein Vorwissen um das ich vielfach beneidet worden bin.)
1 Set mit Desinfektionsmittel, Nadel und Pflastern zur Blasenbehandlung. (Keine Compeed! Die Teile sind viel zu teuer für die Katasprophen die sie anrichten können!)
2 0,5 bis 0.75 l Plastikflaschen für Wasser
2 T Shirts
2 Hosen mit zipp-off Beinen, wobei man die langen Beine nur EIN MAL mitnimmt!!!!
2 Unterwäschgarnituren in Schwarz die man auch zum Schwimmen im Pool (JA! Es gibt Herbergen mit Pool!!!!!) benutzen kann
Man lasse zu Hause:
Erwatrungen, wie der Jakobsweg sein soll.
Erfahrungsberichte anderer Jakobuspilger.
Eitelkeit.
Was man sonst noch nicht braucht:
Die Fähigkeit, Karten zu lesen oder sich sonstwie zu orientieren. (Dafür sind die gelben Pfeile da.)
...
(Insider sind bei Insiderwitzen klar im Vorteil.)
Also.
Das Grundprinzip des sich auf dem Jakobsweg bewegenden Menschen besteht darin, - ... ach egal, das wird mir jetzt zu kompliziert!
Jedenfalls besteht das Grundprinzip des Packens in der Vermeidung von Gewicht.
So trägt der Jakobuspilger eine Montur an Klamotten im Rucksack und die zweite am Leib; wäscht letztere nach Ankunft in der Pilgerherberge und nutzt Teile der sauberen als Schlafkleidung, um am nächsten Tag in höchstselbiger weiterzulaufen, wobei es von Vorteil ist, die gewaschenen Klamotten vor dem Schlafengehen von der Leine zu nehmen und einzupacken, da sie andernfalls vom morgendlichen Tau befeuchtet werden.
Man besorge sich einen guten, aber kleinen, Trekkingrucksack den man vor dem Kauf natürlich in bepackter Version durch einige Minuten rumlaufen im Laden erprobt, was den Vorteil hat, dass einem der Mitarbeiter das Zurechtzurren desselben zeigen kann - neben dem offensichtlichen Vorteil, dass man einen Rucksack bekommt, der WIRKLICH gut genug sitzt, um darin alles zu tragen was der Pilger so auf 800km braucht. Man packe ein:
1 Paar gute (!!!!) Wanderschuhe die man natürlich mit ausführlischtem Probelaufen im Fachgeschäft aus einer Auswahl von mindestens 3 gekauft hat. Vollleder ist gut. Joggingschuhe gehen gar nicht, weil der Fuß beim Joggen unter einer anderen Art von Spannung steht als beim Gehen was dazu führt, dass die Zehen beim Wandern in Joggingschuhen zu viel Platz haben und Reibung verursachen die üble Blasen verursacht.
1 dünner Pullover
1 Regencape
1 sehr dünner Schlafsack, nur ein Seideninlet geht auch
1 Duschgel das man gleichzeitig für Haare und Wäsche verwenden kann (Ob man es glaubt oder nicht: man kann in Spanien Duschgel nachkaufen!!!) Ein Stück Seife spart übrigens noch mehr Gewicht, aber selbst ich gehöre zu den Leuten, die für das angenehmere Gefühl auf der Haut 50g mehr tragen, zumal ich finde, dass Haare waschen mit Seife ja nun mal gar nicht geht.
1 mobiles Endgerät, dass man sowohl zum Einloggen in W-Lan Netze (Ja! Es gibt welche! In den Herbergen und sogar in vielen Cafés am Weg!) als auch zum Tagebuch führen, Lesen (Kindle App!) und Fotografieren benutzen kann. (Oder anders gesagt: Man spare sich Laptop und Fotoapparat.)
1 Tube Zahnpasta - gut geeignet ist Ajona; in kleinen Tuben in der Apotheke erhältlich reicht ein Reiskorngroßes bisschen oder weniger für ein Mal Zahn putzen. Man kann also mit einer zu 4/5 aufgebrauchten Ajona Tube losgehen und hat bis zum Ende des Weges genug Zahnpasta.
1 Haarbürste
1 möglichst leichtes Rasiergerät (Hartgesottene Tracker lassen sich natürlich einfach zuwachsen, aber... siehe oben beim Thema Seife.)
1 Tube Sonnencreme (Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wirklich schwer ist, in Spanien preiswerte Sonnencreme zu bekommen, daher ist hier ausnahmsweise Vorratsschleppen gestattet.)
1 Handtuch - z.B. eines dieser ultraleichten Trekkingteile die super mega viel Wasser aufnehmen und super mega schnell trocknen. Ein Sarong/Pareo aus Baumwolle tut es auch. Die Teile sind ultra dünn, ultra leicht und saugen Wasser auch wirklich sehr gut auf, auch wenn es sich ungewohnt anfühlt, sich mit sowas abzutrocken. Sie besitzen alle Eigenschaften der High Teck Handtücher, außer des hohen Preises. Als Frau hat man den Vorteil, das Teil nach dem Duschen gleich als Kleid oder Rock benutzen zu können.
1 Pilgerführer (Die kleinsten, handlichsten und einfachsten kann man auch am Weg kaufen; ich empfehle den von Raimund Joos, der sehr gute Beschreibungen der Herbergen enthält; ein Vorwissen um das ich vielfach beneidet worden bin.)
1 Set mit Desinfektionsmittel, Nadel und Pflastern zur Blasenbehandlung. (Keine Compeed! Die Teile sind viel zu teuer für die Katasprophen die sie anrichten können!)
2 0,5 bis 0.75 l Plastikflaschen für Wasser
2 T Shirts
2 Hosen mit zipp-off Beinen, wobei man die langen Beine nur EIN MAL mitnimmt!!!!
2 Unterwäschgarnituren in Schwarz die man auch zum Schwimmen im Pool (JA! Es gibt Herbergen mit Pool!!!!!) benutzen kann
Man lasse zu Hause:
Erwatrungen, wie der Jakobsweg sein soll.
Erfahrungsberichte anderer Jakobuspilger.
Eitelkeit.
Was man sonst noch nicht braucht:
Die Fähigkeit, Karten zu lesen oder sich sonstwie zu orientieren. (Dafür sind die gelben Pfeile da.)
Mein Herz tanzt
Mein Herz ist
So voll mit Liebe.
Es platzt
Und raus kommen Küsse.
Du küsst mich
Und es setzt sich
Selbst zusammen.
So voll mit Liebe.
Es platzt
Und raus kommen Küsse.
Du küsst mich
Und es setzt sich
Selbst zusammen.
-----
So ganz und gar wunschlos zu sein
Macht unkreativ
Und dümmlich.
(Schon alleine weil man da immer so grinst.)
Also
Wünsche ich mir,
Nochmal
Den Weg
Entlang deiner Nase
Zu küssen.
Vier Küsse passen auf ihre Länge
Und sie macht
Einem kleinen Stups nach oben.
Man kann mit drei Küssen
Die Augenbrauen lang wandern und wieder drei
Von da bis zur Schläfe.
Acht bis neun Küsse
Machen den Weg
Macht unkreativ
Und dümmlich.
(Schon alleine weil man da immer so grinst.)
Also
Wünsche ich mir,
Nochmal
Den Weg
Entlang deiner Nase
Zu küssen.
Vier Küsse passen auf ihre Länge
Und sie macht
Einem kleinen Stups nach oben.
Man kann mit drei Küssen
Die Augenbrauen lang wandern und wieder drei
Von da bis zur Schläfe.
Acht bis neun Küsse
Machen den Weg
Entlang deines Kieferknochens vom Ohr bis zum Kinn,
Wo man auch langgehen kann,
Wenn du nicht vorher meinen Mund einfängst mit deinem.
Sehr praktisch ist auch,
Dass deine Stirn anbietet, gleich weiterzuküssen bis auf die Mitte deines Kopfes.
Wo man auch langgehen kann,
Wenn du nicht vorher meinen Mund einfängst mit deinem.
Sehr praktisch ist auch,
Dass deine Stirn anbietet, gleich weiterzuküssen bis auf die Mitte deines Kopfes.
------
Stabile Seitenlage meines Herzens:
Kopf
In deiner Armbeuge und so
Wirst du zur Rettenden Maßnahme
Nicht meines, sondern
Des Lebens, vor das ein "unser" passt.
Kopf
In deiner Armbeuge und so
Wirst du zur Rettenden Maßnahme
Nicht meines, sondern
Des Lebens, vor das ein "unser" passt.
Schmetterlinge bei der Arbeit
Die Schmetterlinge übrigens
Haben ihren Weg gefunden.
Vom Jugulum das Brustbein hinab,
Um sich Im Bauch zu versammeln.
Zum Sonne Fangen.
Daraus Backen sie Kuchen: Nahrung
Die schlechte Zeiten zu vergolden vermag.
Schließlich Haben wir ja Licht im Überfluss gerade.
Haben ihren Weg gefunden.
Vom Jugulum das Brustbein hinab,
Um sich Im Bauch zu versammeln.
Zum Sonne Fangen.
Daraus Backen sie Kuchen: Nahrung
Die schlechte Zeiten zu vergolden vermag.
Schließlich Haben wir ja Licht im Überfluss gerade.
Jetzt
Jetzt endlich
Runtergebrannt
Zu der letzten, bleibenden Glut.
Rücken gepflügt.
Wellen und Wogen über mir zerschlagen.
Tränen gesät.
Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz
In die Tiefen der Meere
Die ich geweint.
Lass uns schwimmen gehen.
Meine Felder fallen niemals trocken.
Meine Samen gehen auf.
Mein Turm trotzt allen Wettern.
Ich weiß, wem mein Licht leuchtet.
Runtergebrannt
Zu der letzten, bleibenden Glut.
Rücken gepflügt.
Wellen und Wogen über mir zerschlagen.
Tränen gesät.
Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz
In die Tiefen der Meere
Die ich geweint.
Lass uns schwimmen gehen.
Meine Felder fallen niemals trocken.
Meine Samen gehen auf.
Mein Turm trotzt allen Wettern.
Ich weiß, wem mein Licht leuchtet.
Samstag, 23. Mai 2015
Schlafwach im Wachschlaf
Ich wache auf während es dunkel wird.
Abgesehen davon, dass es, natürlich, auch wieder tagen wird, ist das bei mir im Moment so. Telling.
Meine unzulänglichen Konzentrationsphasen produzieren einen etwas anderstaktigen Schlaf-Wach-Rhythmus.
Und:
Mein Lebens-Knitter produziert Knittelverse:
If you make yourself rare
You should be aware
That a woman, if you stare,
Will, very unaware,
Although thinking that you're rare,
Not know that, just for her stare,
You will not make yourself un-rare.
Abgesehen davon, dass es, natürlich, auch wieder tagen wird, ist das bei mir im Moment so. Telling.
Meine unzulänglichen Konzentrationsphasen produzieren einen etwas anderstaktigen Schlaf-Wach-Rhythmus.
Und:
Mein Lebens-Knitter produziert Knittelverse:
If you make yourself rare
You should be aware
That a woman, if you stare,
Will, very unaware,
Although thinking that you're rare,
Not know that, just for her stare,
You will not make yourself un-rare.
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