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Samstag, 23. Juli 2016

Wenn der Berg dich nicht kriegt...




Diese Schuhe jedenfalls haben es nicht bis nach Roncesvalles geschafft... 

versucht es der Wald.



Witchcraft. Basajaunberro Forest. Dazu informiert ein Schild etwa 100m nachdem man aus dem Wald vor Roncesvalles kommt.

Ja. Klar. Hab ich jetzt auch gemerkt. Hätt die Info nicht eher kommen können?





Zu Fuß über die Pyrenäen. Mit DEM FUß.

Man kann sich's denken.



Nach einem schweren Aufstieg war ich im Grunde schon kurz vor der Rolandsquelle fix und alle.



Mein Liebster und ich waren um sieben in Saint Jean Pied de Port gestartet und hatten uns nach 8km bei einer einstündigen Pause in Orisson gut erholt.

Fuß fußte tapfer vor sich hin.



Nun ist es so, dass der Aufstieg einfach kein Ende nimmt. Auf 18km Strecke gelangt man zum höchsten Punkt des Weges auf etwas über 1450m. Dann steigt man auf 8km Länge bis ca. 600m ab, um nach Roncesvalles zu gelangen.



Besagter Punkt, an dem sich auch eine Nothütte befindet, ist von der Rolandsquelle ca. 2km entfernt.

Na ja. Hätt ja sein können, dass die Nothütte doch schon Roncesvalles ist. -_-
Ich brauchte eine Pause.
Nach etwa einer halben Stunde nahmen wir das letzte Stück in Angriff.




Und bogen natürlich in den alten Camino ein, der dem Pilger einen extrem steilen und nach einer erfolgreichen Pyrenäenüberquerung eigentlich unbezwingbaren Abstieg zumutet.

Überall wird empfohlen, die Alternativroute zu nehmen. Nur: diese ist nicht ausgeschildert.


Auch nach dem steilsten Teil schien der Weg kein Ende zu nehmen.

Wald, nichts als Wald.

Eine Wegbiegung, dahinter Wald. Eine kleine Steigung, dahinter Wald. Eine hellgrün leuchtende Stelle, die doch keine Lichtung ist, sondern dichter Farn, drumherum und dahinter Wald.

2,9km sie erscheinen als seien es 30.




Was soll ich sagen.

Wir haben es geschafft.

Er mit mir und ich mit ihm. Hach. Wir lieben uns <3




Rein Fuß technisch hätte ich das nicht für möglich gehalten.





Roncesvalles gesehen direkt nachdem man aus dem verhexten Wald entkommen ist. 






Mittwoch, 20. Juli 2016

Jetzt aber!


So.
Ich geh dann mal.
Den Jakobsweg bewältigt habe ich ja schon mal, aber jetzt nach der Verletzung wird es natürlich spannend.
Wir - mein Liebster und ich - freuen uns schon sehr.

Ich hoffe, dass der eine oder andere derweil mal auf meinem Blog stöbert...

Nicht nur Artikel über Pilgerwege gibt es zu entdecken.

Auch Liebesgedichte die ich für meinen Schatz verfasst habe und Artikel über gemeinsame Unternehmungen.

Doch auch über religiöse oder gesellschaftliche Themen gibt es bei mir was zu entdecken, also sucht euch einfach was wo ihr euch fest lesen könnt!

Donnerstag, 11. Februar 2016

Pilgern auf dem Jakobsweg

Ich könnte ja eigentlich was zum Thema Lourdes bloggen, so am Tag unserer lieben Frau von Lourdes.

Könnte ich.

Aber als Pilgerziel wird Lourdes in meiner persönlichen Hitliste ja doch von Santiago überlagert. Das gehende Pilgern auf dem Jakobsweg hat es mir einfach angetan.

Und über Lourdes bzw. meine Lieblingsheilige Bernardette Soubirous kann ich ja auch an ihrem Gedenktag mal was schreiben.

In letzter Zeit unterhalte ich mich öfter mit Leuten über meine Pilgererfahrungen. Das heißt, eigentlich eher über allgemeine Fragen zum Jakobsweg, die bei "unbeleckten" scheinbar zuerst auftauchen, wenn das Thema zur Sprache kommt.
Ich habe nämlich "den Jakobsweg gehen" als Therapieziel in der Reha angegeben. Und das steht mit der Anmerkung "schon 2x gemacht" jetzt in meiner Patientenakte.
Sehr praktisch, wenn der Therapeut, der einen meist nicht kennt, gleich weiß, worüber er so smalltalken kann, während der an Fuß herumarbeitet.

Also, nur um das mal zu bemerken, die im Rehazentrum halten das nicht für eine unmögliche Schnapsidee. Wenn ich es bis dahin auch finanziell wuppen kann, schaffen mein Schatz und ich das.

Jedenfalls kam mir so die Idee, mal einige allgemeine Fragen rund um das Pilgern auf dem Jakobsweg aus meiner Sicht zu beantworten.

Wenig Gepäck und gute, eingelaufene Wanderschuhe mitnehmen wäre zum Beispiel so ein allgemeiner Hinweis.
Aber den hatte ich ja schon mal ausführlicher erläutert.

Ich werde oft nach dem Zeitbedarf gefragt.
Meine Antwort dazu lautet: Kilometer Gesamt geteilt durch 19,5  ergibt die Zahl der Tage, die man braucht.
Man sollte mit 19 oder 20 km pro Tag rechnen, nicht mehr.
Ganz einfach deswegen, weil man auch mal einen freien Tag braucht, oder vielleicht mal einen Tag krank ist, wegen einer schlimmen Blase nur wenig schafft oder sich vielleicht mal eine der Städte durch die man wandert genauer ansehen will.
Wenn man für all das keine Zeit hat, kann der Pilgerweg schnell zu einer Fruststrecke werden.
Vielleicht entdecken Sie auch einmal nur einen Ort von ihrem Startpunkt entfernt eine total schnucklige Herberge in der Sie unbedingt übernachten wollen. Oder Sie bleiben in einem kostenlosen öffentlichen Freibad hängen. Oder ein Wanderkumpane mit dem Sie sich besonders gut verstehen, bekommt Grippe und Sie möchten gerne bei ihm bleiben, wenn er einen Ruhetag einlegt. Oder sie wollen in einer Stadt an einem Fest teilnehmen, oder bestimmte Museen besichtigen, oder, oder, oder... Doch auch wenn Ihnen was unangenehmes passiert, Sie sich verlaufen, Bettwanzen kriegen, wunde Füße haben, oder einfach mal von totaler Null-Bock-Stimmung geschlagen sind, müssen Sie keine Panik bekommen, weil Sie zu all dem Stress jetzt auch noch ein Problem mit Ihrem Zeitplan haben.

Die klassische Route; von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago ist etwas weniger als 800km lang.
Wer keine 40 Tage Zeit hat, fragt sich natürlich als nächstes, ob man nicht näher dran starten kann.


Man kann. Wer die Compostella, die kirchliche Urkunde, haben möchte und als Fußpilger unterwegs ist, muss mindestens die letzten 120km gelaufen sein.
An dieser Stelle ist es mir wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass es auf den letzten 120km eben genau deswegen einen wesentlich stärkeren und auch von der Atmosphäre deutlich anderen Publikumsverkehr gibt.
Die Hauptsaison auf dem Jakobsweg umfasst die Monate Juli und August.
Wer in der Hauptsaison nur die letzten 150km geht, wird keine Pilgererfahrung machen, sondern eine Art Pfadfinder-massentourismus erleben.
Ich hatte auf diesem Teil des Weges Tage, an denen eine 40-köpfige Pfadfindergruppe vor und eine ca. 60-köpfige hinter mir war. Ich habe in Herbergen erlebt, wie diese voll belegt waren mit Leuten, deren Gepäck per Transporter nachkam und die dann anfingen, Schminksets, Haarföne und Glätteisen aus großen Rollkoffern auszupacken. Ich habe erlebt, wie, 10 Minuten nachdem ich mich zum Ausruhen auf eine Wiese gesetzt hatte, eine Reisegruppe dort einfiel, dann noch eine und eine dritte, und dann kamen Transporter angefahren und für alle zusammen wurde ein großes Buffet aufgebaut. Ich bin an meinem vorletzten Tag einer meiner beiden Touren 54km weit gelaufen, weil alle Herbergen und Hotels voll belegt waren.

Sowas überlebt man nur mit einigen Wochen Pilgererfahrung im Rücken.
Man hat sich seine innere sozusagen Ruhe bereits festgetreten.
Man kann mit anderen Langstreckenpilgern vielsagende Blicke tauschen.
Man kann die Greenhorns mit ihren neu aussehenden Schuhen verachten und über so Stillosigkeiten wie Gepäcktransport die Nase rümpfen.
Man kann Wiedersehen feiern, wenn man jemanden trifft, den man von der ersten Woche kennt. Und das schöne ist: sowas passiert einem dann mehrmals am Tag.
All das braucht man einfach, wenn man in der Hauptsaison auf dem letzten Stück des Jakobsweges unterwegs ist.

Also: wenn Sie wenig Zeit haben, gehen sie den Anfang des Camino Frances ab Saint-Jean. Oder gehen Sie in der Nebensaison, Anfang Juni oder Ende September. Oder gehen Sie jedes Wochenende eine Etappe, oder jedes Jahr eine Woche bis Sie da sind. Man muss den Jakobsweg nämlich nicht am Stück gehen.
Sparen Sie nicht an der Zeit, indem Sie sich ein höheres Tagespensum geben.
Ich habe Pilger getroffen, die liefen jeden Tag 40 bis 50 km. Von halb 5 bis nach 9 Uhr abends. Wenn ich die nach einem Ort gefragt habe; "Habt ihr den besonders schönen Platz gesehen, hat euch jene Statue von Christus als Pilger auch so gerührt, fandet ihr diese Kirche auch so beeindruckend und jene Herberge so toll...?" kam immer: "Nein, das haben wir gar nicht gesehen, das ist uns gar nicht aufgefallen, das wissen wir nicht mehr genau." Nun ja. Wenn man zu Hause auf dem Laufband 40km am Tag geht, bekommt man halt keine Compostella.

Geht das ohne Vorbereitung?
Ebenfalls eine häufg gestellt Frage, manchmal auch in der Form, dass man mich fragt, wie ich mich vorbereitet habe.

Kaufen Sie sehr gute und sehr sorgfältig ausgesuchte Wanderschuhe und gehen bzw. wandern Sie so viel mit diesen, dass sie gut eingelaufen sind.

Beim ersten Mal bin die drei Monate davor jeden Tag 4 bis 8 km in meinen neu angeschafften Wanderschuhen gelaufen und war dann überrascht, wie einfach ich, körperlich gesehen, die erste Etappe fand. Wenn man in Saint-Jean startet ist die erste Etappe die Pyrenäenüberquerung auf der Route Napoleon.
Man steigt von ca. 200 MüdM auf 1420 und wieder runter auf ca. 900 MüdM.
Ich und mein Reisebegleiter haben das bei meiner zweiten Tour ein Jahr später auch ohne besondere Vorbereitung geschafft, wie übrigens auch den ganzen Rest des Weges. Wobei mein Freund sehr große Probleme mit seinen Füßen hatte ich manchmal echt besorgt war, da seine Schuhe einfach schlecht waren. Und es war nicht gerade ein Billigmodel, sie waren nur schlecht ausgewählt!

Was ich ebenfalls unter Vorbereitung zähle und als überflüssig ansehe sind Karten und/oder die Fähigkeit, Karten zu lesen oder Orientierungssinn.
Folgen Sie den gelben Pfeilen.
Falls Sie mal irgendwo sind, wo man nicht fragen kann, weil weit und breit kein Mensch oder sonstiges Leben zu sehen ist, und es kommt eine nicht beschilderte Abzweigung: schauen Sie, ob sie den Pfeil nicht übersehen haben. Wenn da wirklich keiner ist, gehen Sie geradeaus.

Noch ein Wort, das ich vergaß, gilt es einzufügen: Man muss damit rechnen, dass Diebe gezielt in die Herbergen kommen, daher sollte man einen wasserfesten Brustbeutel haben, in dem man all seine Wertsachen mit in die Dusche nehmen kann.

Wirklich gut und nützlich ist ein Pilgerführer, in dem etwas zu den Herbergen drinsteht.
Das gibt ihnen die Möglichkeit, sich vorher zu überlegen, in was für einer Atmosphäre und mit was für einem Klientel zusammen Sie übernachten wollen.
Außerdem haben Sie, falls Sie in der Nebensaison oder ganz außerhalb der Saison unterwegs sind, die Möglichkeit, nachzusehen, welche Herbergen geöffnet sind.
Aus diesen Gründen empfehle ich den Outdoor Führer von Raimund Joos.

Ich persönlich würde immer die christlichen Herbergen empfehlen. Sie waren mein Garant für schöne Begegnungen, tolle Tischgemeinschaft, urige Pilgeratmosphäre und Leute, mit denen man sich einfach auch mal tiefschürfender unterhalten kann.
Ganz abgesehen davon sind die gemeinsamen Gebete, zu denen in christlichen Herbergen oft eingeladen wird, wirklich meist sehr schön. Auch mein Begleiter auf meiner zweiten Tour, der sonst absolut keine Verbindung zur Kirche hat, fand diese Erfahrungen immer gut und war teilweise auch sehr gerührt bzw. nachdenklich durch die Art, wie man bei gemeinsamem Gebet interagiert.
Ich denke, wer den Jakobsweg wirklich kennenlernen und auf sich wirken lassen will, sollte sich durchaus mit dem christlichen Ursprung und Ziel des Weges in Kontakt bringen und auseinandersetzen.
Diese Herbergen und Veranstaltungen sind immer für alle offen und fordern meiner Erfahrung nach keinerlei Bekenntnis ein.

Man kann doch auch mit dem Rad pilgern?
Kann man.
Der Jakobsweg bietet oft extrem schwieriges Gelände, schmale und unebene Pfade, spitze Steine, steile Steigungen und Abhänge, enge Kurven und überwucherte Wege.
Wer nicht Mountainbiker ist, kann die schwersten Abschnitte oft umfahren, indem er auf Bundesstraßen fährt.
Ich habe durchaus sehr glücklich und zufrieden aussehende Radpilger getroffen, kann dazu aber wenig sagen.
Ich perönlich würde mich lieber umbringen, als diesen Weg per Rad zurückzulegen. Isso.

Muss man bis Finisterre?
Nein, muss man nicht.
Ich habe mich beide Male dagegen entschieden.
Pilger, die nicht so viel Zeit haben, diesen Teil auch noch zu Fuß zu gehen, machen öfter eine Tagestour per Bus dorthin.
Ich persönlich habe auf meinem Weg auf zusätzliche Aktivitäten wie Tagestouren nach dem ganz nahe gelegenen Ort X, Besuche in den Museen Y und Z usw. bewusst verzichtet, weil ich bei mir und dem Laufen bleiben wollte. Mir war die unmittelbare Erfahrung mit dem Weg wichtig und für mich spielten da die Kirchen und auch die Besichtigung der Städte durch die ich kam eine wichtige Rolle, aber das ist eine perönliche Entscheidung.

Wenn Sie mit 20 km pro Tag planen, haben Sie auch Zeit für eventuelle Besichtigungstouren oder eben einen Abstecher nach Finisterre.
Es kann sogar sein, dass Sie, je nach persönlichem Lauftempo, am Ende so viel Zeit übrig haben, dass Sie tatsächlich zu Fuß weiterpilgern könnten.

Andere Routen...
Dazu kann ich recht wenig sagen; es gibt Jakobswege in ganz Europa.
Ich kenne keinen der weiteren Wege aus Erfahrung.
Auf meinen Pilgerreisen habe ich Jakobspilger getroffen, die komplett von Holland aus gelaufen sind, von München, Genf, Köln, Paris.
Die Route von Le Puy en Veley soll landschaftlich sehr sehr schön, aber auch sehr anspruchsvoll sein.
Der Camino del Norte an der Atlantikküste würde mich noch interessieren, spannend finde ich auch den portugiesischen Weg.
Generell kann man sagen, dass die Dichte an Pfeilen und Herbergen auf weniger bekannten Wegen geringer ist, dafür ist es aber oft auch wesentlich ruhiger.

Passen Sie blos auf eines auf: Pilgern kann süchtig machen!

Pyrenäen an der Route Napoleon

Vor Roncesvalles

 


San Anton

Aufstieg nach Castrojeritz

Kathedrale von Leon
 

Abstieg von den Montes de Leon nach dem Cruz de Ferres

Die Kathedrale von Santiago

Diese schönen Fotos sind doch schon mal eine Spende wert, oder?

Montag, 1. Februar 2016

I did it!

Finally I found the courage to start a fundraising campaign.

The Way with my foot

The Way - the name for the way of St. James which got popular by the movie "The Way" in which a father travels to france due to his sons death in Saint-Jean-Pied-de-Port, the starting point of the Camino as the spanish call it. He decides to follow up the path his son had wanted to take and starts his own pilgrimage by doing so.

Okay. As some of my readers might know I had a bike crash early July 2015 which led to quite a serious damage of my upper ankle joint.


At first sight it looked like my foot would have mumps. 

But I was not at all ready to abandon my plan of doing the Camino in Summer 2016.

You have to know that this has been one of the first things I told my love: I am not willing to marry anyone who has not walked the way of St. James with me in advance.
And why should I loose time, once I found my only one?!?

At least something like that can be repaired.


 So I continued to plan our pilgrimage...

Although I couldn't be entirely sure about what my foot would say to all of that.

Physiotherapy and restarting work life took place.
I didn't exactly get to normal walking in this time. But once the metal stuff would be put out again, I was sure I'd make better progress.
The second surgery went good and so far I can say that I feel a positive impact.

This surgery, to be exact. That is 6 days ago now.


 But still: it will not be possible without money....

Actually I had planned to do some summer jobs during the 2015 summer break, aiming to drag my finances out of the negatives. I didn't want my first real wages being swallowed by the students credits from before...
Well... remember? For some reasons there wasn't any option for jobbing.
Instead of gaining a bit extra money I had to use extra and even my first payments were cut because of the fact that I had been ill for so long.

To make it short: I don't get my banc account up into positive numbers - not a good base for doing the Camino. Also - what was it that I won't do without having walked The Way with that guy...?... Something tells me that there will be more need for money for that issue, too.

So please:

Share my fundraising campaign and, I politely ask, donate something.

If I can get together what I and my beloved need to do our pilgrimage I will make a beautiful series of pictures: The Foot, with scar, on The Way ;-)



Samstag, 30. Januar 2016

ICH HABE ES GETAN

Ich habe einen Spendenaufruf erstellt!!!!!

The Way with my foot

The Way - so nennen Amerikaner den Jakobsweg, da dieser in den USA und auch in anderen englischsprachigen Ländern durch einen Film dieses Titels bekannt geworden ist.

Also. Wie meine Leser bereits wissen, oder zumindest wissen könnten, wenn sie diesen Artikel gelesen haben, hatte ich im Juli 2015 einen Fahrradunfall mit fußigen Folgen.


Zunächst mal sah der Fuß aus, als habe er Mumps. 

 Dennoch hielt ich von Anfang an stur an meinem Plan fest, in den Sommerferien 2016 den Jakobsweg zu gehen.

Schließlich war das eines der ersten Dinge, die ich mit meinem Schatz besprach: Ich heirate keinen, der nicht mit mir den Jakobsweg gegangen ist.
Und wozu unnötig Zeit vergeuden, wenn man den seinen einmal gefunden hat?!?

Schließlich kann man sowas ja reparieren.


 Also plante ich fleißig den Trip. Bis dahin wird das ja wohl werden...

Wobei ich mir nicht so sicher sein konnte, was mein Fuß davon hält.

Physiotherapie und Arbeitsalltag nahmen ihren Lauf, bis zur Materialentnahme.
So richtig normal Laufen gelernt habe ich in der Zwischezeit nicht. Aber wenn das Metallzeugs erst mal raus ist, wird es bestimmt sowas von besser!
Jedenfalls ist die OP gut verlaufen.

Diese OP, um genau zu sein. Das war vor 3 Tagen.


 Aber ohne Penunse geht es natürlich nicht.

Ursprünglich hatte ich geplant, in den Sommerferien zu jobben, damit mein erstes Gehalt nicht einfach im von Studium und Referendariat hinterlassenem Finanzloch verschwindet.
Das ging ja nun nicht. Wegen ebendiesen Fußes.
Statt dessen büßte ich einiges an Gehalt ein, da ich deutlich mehr als 6 Wochen krank geschrieben war.
Zumal man in Brandenburg als angestellter Lehrer auch weniger verdient als in Berlin und verbeamtet werde ich mit DEM Fuß erst mal nicht.

Kurzum: Ich komme von dem Minus auf meinem Konto sowieso nicht runter, dazu bräuchte ich keinen Jakobsweg. (Mal ganz abgesehen von: ... ja, was nochmal mache ich nicht, ohne vorher mit demwelchen den Jakobsweg zu gehen...???... da wird auch noch Geld von Nöten sein...)

Also ihr Lieben:

Teilt bitte fleißig meinen Spendenaufruf in alle Welt und, ich bitte höflichst, spendet was.

Dann mache ich eine schicke Bilderserie mit DEM Fuß auf dem Jakobsweg. Fuß mit Narbe in den Pyrenäen, in Pamplona, Burgos, Leon, Rabanal und natürlich auf dem Platz vor der Kathedrale in Santiago. In Großaufnahme. Mit schicken Narben drauf.




Mittwoch, 23. September 2015

Gut Fuß!

Es war einmal eines schönen Tages, als Gutfuß und Bösfuß noch Rechtsfuß und Linksfuß hießen, da waren sie beide ganz einträchtig auf demselben Fahrrad unterwegs, und immer wenn Linksfuß oben war war Rechtsfuß unten und umgekehrt.

Da sendete das Gehirn eine Gefahrenmeldung: "Achtung, drohende Kollision mit parkendem Auto, ich lenke über Schiene. Vorsicht!"

Und noch bevor Linksfuß und Rechtsfuß Hasenfüße werden konnten - BUM! TSCHAKKA! WUSCH! Kawumm und kabolz flogen sie samt Fahrrad auf den Asphalt, denn der Fahrradreifen hatte sich in der Schiene verkeilt.
Und weil das Fahrrad nach links umfiel, konnte Rechtsfuß sich vom Pedal wegstrecken in die Luft, bis er zusammen mit allem Anderen auf dem Boden landete. Aber Linksfuß erging es schlecht. Er wurde gestaucht zwischen Pedal und dem umgefallenen Bein was vom Knie aus drückte und rückte, verdreht zwischen Pedal und Straße, gequetscht zwischen Straße und Fahrrad und gezerrt und gezogen von der ganzen Bewegungsenergie, denn das alles ging sehr schnell.
Und Linksfuß wurde furchtbar böse und machte großes Aua.

Das Gehirn war erst mal verdattert und es kamen lauter Leute, die setzten alles zusammen auf eine Bank und riefen den Notarzt. Währenddessen wachte das Gehirn auf, aber nur, um laut aua zu schreien, und dann machte es noch ein bisschen Schock. Dann sortierte das Gehirn, aha, die Brille ist noch da und uns ist schon gar nicht mehr schlecht, und das Aua ist zum Glück nur am Fuß.

"Was heißt hier nur?" Dachte sich Linksfuß, denn er war ziemlich kaputt und furchtbar böse. Er wollte auch kein Eis drauf haben - das hatten die Leute vom Krankenwagen draufgetan -, weil das Gewicht vom Eis da drückte wo es kaputt war.

In der Notaufnahme gab es Schmerzmittel, intravenös, so dass das große Aua von Linksfuß beim Gehirn nicht mehr ankam, wodurch sich sofort die allgemeine Laune besserte. Nur Linksfuß war noch immer ganz kaputt und furchtbar böse.
Auf dem Röngten konnte man sehen, dass Linksfuß nicht gebrochen war. Außer am Zeh. Am Gelenk war auch was kaputt, aber wie schlimm das wirklich war war nicht zu sehen. Schließlich gibt es in so einem Fuß ja nicht nur Knochen und das was nicht nur Knochen ist kann man auf dem Röntgenbild nicht sehen.
Linksfuß bekam jedenfalls erst mal eine Schiene und das war's dann auch schon.
Aber er war immer noch furchtbar böse.

Doch außer Schmerzmittel nehmen und ihn hochlagern war erst mal nix zu machen. Das muss noch mal genauer angesehen werden, wenn es abgeschwollen ist, hieß es, und zumindest was das genauer Ansehen betraf war Linksfuß durchaus auch der Meinung, aber wie er bei dem ganzen Salat abschwellen sollte wusste er auch nicht. Also blieb er immer noch böse und wurde ein richtiger Bösfuß.
Währenddessen musste Rechtsfuß die ganze Arbeit alleine machen, zusammen mit den Armen und Schultern und Bauchmuskeln. Auf Krücken nämlich. Und weil Rechtsfuß ja nichts anderes machen konnte, als sich in sein Schicksal zu ergeben und sein Bestes zu tun, wurde er kurzerhand zum Gutfuß. Gezwungenermaßen.

Bösfuß konnte nur rumliegen oder -hängen und außerdem machte er große Panik wenn ihm jemand zu nahe kam. Und großes Aua natürlich, aber das merkte keiner mehr, denn es gab ja die Schmerztabletten.
Dann kam Bösfuß ins MRT und der ganze Salat wurde sichtbar.
Kurz gesagt, Bösfuß war nicht umsonst so furchtbar böse. Er war nämlich sehr gründlich kaputt. Eine Menge Sehnen waren gerissen, und andere waren gezerrt, und außerdem waren die Knochen innen drin geschwollen, im Knochenmark; sie waren nämlich nur man gerade so nicht gebrochen und hatten furchtbare Mühe damit gehabt.

Jedenfalls musste Bösfuß operiert werden. Wenn nämlich so sehnige Sehnen zerreißen, dann schnipsen sie weg wie Schnipsgummi und deswegen können die auch nicht wieder heilen, wenn man sie nicht wieder langzieht und zusammennäht. Und einige abgeplatze Knochenteile mussten auch wieder rangeheftet werden.
Das war ja alles ganz schön und gut, aber Bösfuß hatte in der OP viel Stress und er machte unvergleichlich großes Aua, noch viel größer als überhaupt jemals zuvor. {Also wer jemals gedacht hatte, dass eine Wurzelbehandlung mit offen liegenden Nervenenden am Zahn schlimm ist, der hat noch nie einen Knochen verschraubt bekommen.} Erst nach anderthalb Tagen beruhigte sich Bösfuß wieder soweit, dass die normalen Schmerzmittel wirkten und er stellte fest, dass man ja so eigentlich ganz hübsch und in Ruhe wieder zusammenwachsen kann.

Aber das dauert.

Und dauert...

Und dauert.

Und in all der Zeit vergaß Bösfuß vollkommen, wie man sich eigentlich so fußig bewegt und erst recht wie man geht. Und Gutfuß wurde so langsam quengelig, weil er die Nase voll davon hatte, immer alles alleine zu machen. Außerdem mochte er nicht immer so auf den Boden gepatscht werden. Zum Abrollen braucht man nämlich beide Füße.

Bösfuß heilte also so vor sich hin und wurde wieder friedlich und es brauchte bald gar keine Schmerzmittel mehr und statt dessen gab es Bewegungsübungen.

"Gut Fuß!" Sagte das Gehirn und "Nur Mut! Das wird schon!" Und ließ den Fuß vorsichtig auf und ab nicken.