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Sonntag, 15. Januar 2017

MEHR Ankunft

Winter an einer S-Bahnstation in Berlin. Eigenes Foto.

Mit Eiskristallen im Haar, mehrmals
Komplett durchgefroren
Und unterwegs
Noch schnell
Ne akute Grippe kuriert.
Jetzt.
Raum der Stille.
Du.
Ich.
Du.
Anbetung.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Dank der Pilgerin

Auf dem Jakobsweg. Eigenes Foto

Du erhörtest mein Gebet
Hörtest mich
In meiner Not.
Gelöst
Liegt mein Leben vor mir
Wie ein glattes Band
Befreit von Knoten.
Dir sei Lob und Dank!
Du missbilligst nicht,
Dass ich alles verlang.
Du lenkst meinen Weg,
Zu treffen
Ersehntes
Zu rechter Zeit.

 

Carron de Los Condes, August 2016 

Donnerstag, 28. Juli 2016

Auf der Brücke



Auf der Brücke
Warte ich deiner.
Regen geht und
Sonne kommt.
Ich freue mich:
Ich weiß,
Sie erhellt dir den Weg
Wie mir
Das Warten.
Ungeduldig bin ich
Voll Sehnsuht,
Dich zu küssen, mein Liebster.
Auch wenn du allein wanderst,
Trägst du mich
Im Herzen
Wie ich dich.
In der stillen Wärme des Tages
Die unsere Liebe
So gut spiegelt
Geben wir Acht
Aufeinander.

Sonntag, 29. November 2015

Sonntags um zehn...

... fällt mir, inspiriert durch das hörende Herz, wieder ein Gebet ein, dass mir schön vor längerer Zeit mal aus dem Herzen floss:


Herr,
sein du mein Atem wenn ich schlafe.
Singen soll dir
das Rauschen des Blutes in meinen Adern.
Dein bin ich, weil
du gekommen bist,
um mich
zu erretten.
In der Wüste hast du mich aufgelesen.
Lies mein Schweigen.
Lies meine Müdigkeit.
Lies mein Schlafen.

Auch wenn ich schwach bin
freue ich mich deiner,
Herr.




Herz-Jesu-Feuer in Südtirol (GNU License)

Mittwoch, 2. September 2015

Der Bauch auch

So einen lieben Schatz hab ich; von innen ist mir ganz lieblich.

Einmal, zur Nacht, nach dem Schmatz, da hör ich, o je, sein Bauch ist grummelig.
Gewittergrummelig nämlich - nicht so ganz doll, aber mummelig und schrummelig.
Und die Nacht kommt und nachtet und der Abendstern schmachtet und ich lausche und bausche meine Luft. Die Atemluft nämlich.
Aber die ist ganz ruhig und mein Schatz ist es auch.
Nur mein Herz staunt und raunt: "Hallo Bauch, merkst du's auch? Es ist doch hier gar heimelig und ich bin so glücklich und zufrieden bei dir."
Der Bauch findet das auch. Aber er ist noch etwas grummelig und mummelig und sagt: "Bloß das Gewitter hab ich nicht bestellt; weder bei dir noch in der Welt."
Das Herz sagt: "Ja aber das ist draußen und wir sind drin. Und: Das geht vorbei und wir bleiben uns."
Und außerdem bemerkt das Herz: "Gib's zu, du bist schon gar nicht mehr schrummelig."
Der Bauch findet das auch. Aber er mag keine vorlauten Organe, egal ob Herz oder Hirn, sondern er will alles lieber selber bevormunden. Deswegen sagt er: "Aber was hast du mir denn zu sagen, du Herz, wo du doch nicht mal in den gleichen Menschen eingewachsen bist?"
Das Herz sagt: "Ja aber du bist in mich eingewachsen mit dem ganzen Menschen zu dem du gehörst und das ist viel viel mehr." Und außerdem bemerkt das Herz: "Gib's zu, du bist schon gar nicht mehr mummelig."
Der Bauch findet das auch. Aber er ist noch ein bisschen grummelig und denkt: 'Wenn jetzt hier die ganzen Schmetterlinge aufwachen, dann wird es wiesel-wuselig und keiner kann mehr schlafen.' Deswegen sagt er: "Nun gib Ruh' im nu es ruft schon der Uhu!"
Das Herz lacht und ist still, denn es hat ja alles was es will. Es weiß: Morgen darf es mit allen zusammen aufstehen und den Schatz herzen und mit den Schmetterlingen scherzen. Die grummeln nicht, sondern tummeln sich im Liebestaumel.

Montag, 20. Juli 2015

Ich hab... Glück

Ich hab ein Bett, ich hab einen geliebten Schatz
Und kriege vorgelesen.

Wie sollte ich da nicht glücklich sein?

Ach ja, ich hab auch ein Gipsbein.
Doch nach solch marginalen Plagen
Will ich weiter gar nicht fragen.

Samstag, 11. Juli 2015

Schatzfinder

Gelaufen
Durch alle Länder und Meere, nicht,
Dass mir einer das Wasser geteilt hätte.
All seine Wellen und Wogen gingen über mich hin.
Wollte er mich abschneiden, so fragte ich ihn,
Ich war doch nicht
Zuende gewoben.
Und ich zog mir die Pilgerschuhe nicht mehr aus.

Gefunden
Den Schatz habe ich gefunden:
Ich will,
Sagte ich,
Nämlich
All das was doch
Schon lang nicht mehr möglich erscheint.
(War es das eigentlich?)
Ich, trotzig:
Denn bei Gott ist Nichts unmöglich
Haben sie gesagt.
Auch:
Er selber
(Nämlich, als er, das Wort, Fleisch war in der Welt)
hat außerdem
für Beharrlichkeit gesprochen.

Ich bestaune
Meinen Schatz
Von allen Seiten:
Nicht nur
Was ich wünschte, sondern
Auch
Was ich nicht zu wünschen wagte.
Ist da.

Gott ist groß.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Renne ruhig

Ich möchte nicht mehr kämpfen.
Ich möchte mich nicht verteidigen.
Nicht für mein überschießendes Vertrauen.
Nicht für meinen rasenden Optimismus-
Nicht für meine
- immer noch!-
Arglos auf ihrem Recht beharrende Freude.
Ich mächte meine Hoffnung nicht befragen nach den Lügen der Zeit.
Ich möchte die Zeit nicht erst fragen, was ihr Hoffnung bedeutet.
Ich frage Gott.
Ich eile.
Ich warte.
Ich fliege zu dir.
Ich fliege, soweit ich kann.
Dann
Kann ich immer noch abwarten, bis,
Und bis wohin,
es weiter geht.
Du aber sollst mich küssen derweil.

Montag, 29. Juni 2015

Mit allen Wassern gewaschen

Mit allen Wassern
stieß ich zusammen.
All Deine Wellen und Wogen gingen über mich hin.
Doch, nachdem du das Tuch zu Ende gewebt,
Kleidetest du mich in Gewänder des Heils.
Und hoch warfst du
Den Vogel, den der Druck deiner Hand
Geschmiedet
Geläutert
Aud dem erdigen Gold, und ich fliege
Hoch. So singe ich Dir mein Lied.
Ja. Sagst Du.
Denn jetzt,
Nachdem du mir dein Leid geklagt
Und deinen Schmerz
Auf mich geworfen hast,
Hast du endlich
Keine Steine mehr
Über die du stoplern kannst.
Ich tanze
In der Luft
Die Luft trägt mich
Die Liebe trägt mich
Ich fliege auf den Schwingen des Heils
Wie ein Pfeil schieße ich dahin.
Machtvoll hast Du dich kundgetan.
Durch alle Wasser
Dringe ich hindurch.
Alle Wellen und Wogen tanzen und singen in mir,
Ich nahm sie an und sie wurden mir ein Chor.
Ich singe Dein Lied:
Liebe
hast Du mir gegeben.

Dienstag, 23. Juni 2015

Der Wanderer

Ich wanderte im finsteren Tal
Und fürchtete nicht das Unheil.
Schwach war es, es hinkte,
Es stützte sich auf mich als ich lief.
Doch ich fürchtete mich nicht, als ich zog
Hinauf, zum Tempel des Herrn, dort zu wandeln.
Besser wandern alle Tage
Um einen in den Vorhöfen deines Heiligtums;
Habe ich deine Schwelle - was sollen mir die Zelte der Frevler?
Auch das Unheil geht nach ihnen nicht aus.
Käme es nicht zu mir
Wer würde es kleiden?
Doch
Hat einer einmal ein Festgewand
so soll er auch feiern.

Ich wanderte im finsteren Tal,
Da ich wusste vom Licht.
Ich wanderte blind,
An Steine stieß ich
Nicht, ohne sie fragen zu hören,
Ob sie mir Haus sein dürfen.
Mir aber winkte die Schwelle.
Ich ließ ihnen ein Pfand und ging fort.
Für die Vorhöfe des Heiligtums und für den Platz an der Schwelle
Wird es schon genug sein, was am Ende noch bleibt.

Ich wanderte im finsteren Tal
Und meine Hände waren frei von Gepäck.
Ein jeder wollte getragen sein.
Ich sagte: Auf Zeit:
Denn der Stecken und Stab wartet meiner.
Und wer am Ruheplatz mir Wasser
Sein wird
Mit dem gelange ich ans Ziel.

Freitag, 12. Juni 2015

Ich, Hiob

Hiob denkt

Hiob
Ist einer der nicht fliehen kann.
Nicht vor sich selbst und seinem Schicksal.
Nicht vor seinem Denken und Fühlen.
Nicht vor seiner Aufrichtigkeit und Gottestreue.
Nicht vor Gott.

Niemand hilft ihm.
Geht Hiob auf die Straße
Trifft er Gott.
Geht Hiob in sein Haus
Trifft er Gott.
Geht Hiob in den Tempel
Trifft er Gott.
Geht Hiob in sich
Trifft er Gott.
Nichts gibt es was Hiob tun kann.
Er weiß es.
In seinem Herzen ist Gott.
Wahrheit ist in seinem Herzen.
Hiob sieht Gott.
"Lass mich in Ruhe!" Sagt er.
"Was willst du von mir?"
Gott lächelt.
Er weiß
Hiob trägt ihn im Herzen und kann
Ihn nicht hassen. Selbst sein Fluchen ist Gebet.
Gott wiegt schwer.
Gott geht nicht einfach fort.
Hiob
Ist es zufrieden, nur
Würde er sich gern selbst entfliehen.
Hiob weiß nicht was Heiligkeit ist.
Hiob weiß nicht wozu Heiligkeit ist.
Hiob geht nicht einfach fort.


....
Hiob und Gott

Hiob
Ist einer von den Wenigen die den Vertrag gelesen haben.
Hiob
Hat es ehrlich ernst gemeint als er unterschrieben hat.
"Dein Leben gehört mir allein und ich kann damit machen was ich will.
Dir aber
darf einzig wichtig sein, ob du gehst in Treue zu mir.
Nicht wo.
Nicht wie.
Nicht wohin darfst du dich fragen sondern
Für mich, für mich und immer
Mein."
Hiob hat hochgesehen und Gott ins Angesicht
Als er zu dieser Stelle gekommen war.
Gott ist geduldig.
Hiob ist entflammt und sein Herz brennt in der Brust
Aber er ist nicht blind vor Liebe.
Er sieht ganz klar.
Er sieht Gott an.
Er sieht den Vertrag an.
Die aufrechte Geradheit gefällt ihm, auch
Die gnadenlose Konsequenz darin.
Gott gefällt ihm.
Immer
Wohin er auch geht
Kann er es nicht vergessen: Er hat
Sich dafür entschieden.
Er
Hat die Wahl getroffen und Gott
Schmiedet Hiob in seine Hand,
Je fester sie auf ihm lastet desto mehr.
"Zerbrich mich
Um zu beweisen dass ich dein bin."
Sagt Hiob.


...
Hiob und Theodizee

Für Hiob
Wäre es viel einfacher, anzunehmen
Es gibt keinen Gott.

Der Vertrag ein Traum.

Erkönnte den Versuch aufgeben, weise und gut zu handeln.
Er könnte losgehen und sich mit Dieben lagern.
Durch die Lande ziehen und sich berauschen und sein Unglück
Vergessen.
Aber Hiob
Ist keiner der sich selbst belügt und die Erfahrung
Wie es ist, Gott zu treffen, hat sich tief
Eingegraben in sein ganzes Sein. Er weiß
Dass Strafe und Erwählung
Dasselbe sein können oder zumindest sehr nahe.
Warum kam Gott ihn aufzusuchen?
Er hat gar nicht erst versucht, Gott zu erklären wie ungeeignet er ist; nicht mal dazu
Hat es gereicht. (Vielleicht hätte Gott ihm auch einen Bruder mitgegeben; wer weiß.)
Hiob ängstigt sich.
Er weiß zu genau dass er ein Nichts ist vor Gott.
Hiob hat vor nichts Angst.
Er weiß zu genau dass Gott alles vermag.
Wenn Hiob Gott um etwas bittet so hofft er
Nicht mal, Gott könnte ihm verzeihen, dass er einen Wunsch hat.
Schließlich
Ist Gott Gott.
Er macht was er will.

Montag, 11. Mai 2015

Treue

Als Sancho Pansa
erstaunt sich umsah,
gegen welch Windmühle noch zu kämpfen wäre,
fand er sich allein, dazu drei Heere
hinter sich, mit Landsknechten,
diesmal echten.

Samstag, 9. Mai 2015

Engel-Zyklus: um Freiheit







Engel, wartend

 

Mit gestrecktem Schwert.

Doch Flügel, schon aufwärts zeigend,

glänzen in gleißender Sonne

blau wie Rabenfedern.

Stahl leuchtet weit übers Feld.

Wind spielt im Haar,

zaust Federn.


Die Augen verkniffen, das Gesicht

wie bereitet für den eintreffenden Schlag.

 

Die Biester, sie zerren an Ketten, aufgereiht

sind sie zum Kampfe.

Sie jaulen und johlen vor Ungeduld.

Ein Fest ist die Schlacht!

 

Der Engel aber steht reglos und still.

Niemand fragt ihn, ob er auch töten will.


Sein Haar ist fast schwarz,

dunkler wird der Tag,

er knirscht nicht mit den Zähnen.

Die Hunde schnappen nach ihm, sie haben schon

zu lange gewartet.


Ruhe lastet auf dem Land wie Brandgeruch in flirrender Luft.

Wie Fahnen flattert sein Gewand und er trägt

Seine Gestalt wie das Gewicht der Standarte.


Allein ist er.

Denn mit den Monstern der Kriegskunst macht er sich nicht gemein.

Nur seine Narben reden mit ihm.

Siehst du ob er atmet?


19.09.2012





Engel, allein


Er wollte sich stützen

auf sein Schwert.

Doch es war zu scharf und versank

in blutiger Erde hinab bis zum Schaft.

 

In ödem Land, da kauert er

vornübergebeugt über seiner Waffen Rest.

 

Grell brennt die Sonne.


Er bedeckt sich

mit den Resten seiner Flügel.

Fliegen

kann er schon lang nicht mehr.


Verloren flattern

einzelne Federn in stiller Luft.

Er wundert sich, ob

er überhaupt jemals Flügel hatte, oder ob

alles nur Einbildung war.

Und wieso überhaupt ist er immer noch da?

 

Die Hunde knabbern an ihm, aber sie fressen ihn nicht auf.


21.09.2012





Engel, hilflos

 


Man hat ihn gefesselt und das Warten wurde lang.

Müde ist er, Flügel schlagen bang.

Leer ist das Feld.

Auch Hunde sind nicht mehr.

Leicht verwirrt schaut er umher.


Als er sich fallen ließ, da war es das Signal:

vogelfrei ist er – jetzt schlag ihn noch einmal.

Jetzt aber hat er sich ganz hingegeben.

Wer wird ihn töten, wer – lässt ihn am Leben?


24.09.2012






Engel, schwebend

 


Schwerelos liegt er

Ausgebreitet im Auge des Tornados.

Der Flügel blaue Schwärze; hilflos flattert sie.


Sie ist nutzlos geworden.

Doch er lächelt.


Wie sanft trägt ihn des Windes Hauch: noch nie

verspürte er solch zarteste Berührung, und

er wundert sich ein wenig, ob

denn solches wahr sein kann.


Was aber kümmerts ihn, wann er wohl fällt?

Des Schwertes Last ist er los und so ganz

ohne Rüstung

langt selbst die Erinnerung zum Schweben.


So lächelt er nur über drohenden Sturm.

 

Seine Hände tasten,

suchend,

nach der wärmenden Sonne.


25.09.2012





Engel, fliegend



Frei vom Gewicht seiner Flügel, so schwebt er,

selig, auf zartester Briese Hauch.

Er kichert, glucksend, staunend: Ach, so was kann ich auch?


Die Stürme sind nicht mehr und

der Sonne Glanz umspielt ihn, kosend.

Die ebene unter ihm scheint gar nicht mehr so karg zu sein.

 

Sie hat sich nicht verändert, doch

erkennt er sie nicht mehr.

 

War dieser Weg dort immer schon? Und was

macht eigentlich

dieser Rosen zartes Grün

so mitten unter all der Trockenheit?


29.09.2012




Engel, vogelfrei

 


Rüstung mutig abgelegt

Freude sich im Land geregt.

Flog er weit hoch und ließ sich fallen.

Kostbare Gabe

Herz, das wahre.

Nichts hält ihn in seiner Kraft

kann er tun was er will

vergeben, geben, leben,

wandeln in Güte still.

Nichts hält ihn in seiner Hoffnung

zeigt er ganz frei sein Herz

verlieben, lieben, getrieben,

zerspalten von Schwertes Schmerz.

Flog er weit hoch, sah er ein Heim?

Wo findet sich auf ihn der Reim?

Mutig die Rüstung abgelegt.


Nun.

Wo bist du?

Wirst du

eilen, dich ihm anzutragen

und Wahrhaftigkeit zu wagen?


20.03.2015