Dienstag, 21. April 2015

Theodizee

Jeden, erst recht jeden Gläubigen, schlägt einmal die Frage, wie denn das sein kann...
Wie, um Himmels Willen, und wieso, und warum braucht Gott so lange während so viele so verzweifelt schreien, während ich...
Ich.

Denn im Glauben heranwachsen kann nur der, der sich treffen lässt von der Erkenntnis, dass es einen Ort gibt an dem Gottes Allmacht schweigt: mein, dein, freier Wille.
Gott, der Mensch wurde um sich in ebenjenen freien, weder an Gerechtigkeit noch an Einsicht, Vernunft, Logik oder Mitleid gebundenen Willen zu entäußern, bis hin zur Kreuzigung.
Denn die Liebe will nichts was der Geliebte nicht will. Sie liebt. Und ihr Wunsch, wieder geliebt zu werden rührt allein daher, dass sie um ihre heilsame Kraft weiß, sie weiß, wie gut es für den Menschen ist, zu lieben; sich lieben zu lassen.
Und Gott, der gesagt hat, dass er sie ist, der getan hat, was für immer unvergleichlich -
Er ist für unsere Entscheidungen nicht verantwortlich.
Wenn wir umkehren und, endlich, gutes tun wollen, oder vielleicht auch nur dieses eine, kleine, ändern - er ist da. Wenn wir nichts gutes wollen geht er nicht fort. Wann immer wir kommen - er wird sich uns nicht verweigern.

Ich.
Ich allein bin verantwortlich dafür, worauf ich meinen Willen richte.
Kein Gott, keine Vorsehung und kein Schicksal können mich dem entbinden.
Ich kann um gute Eingebungen bitten, um Hilfe, um Handlungsoptionen.
Aber ob ich den Eingebungen folge, was ich mit der Hilfe anfange und welche Option ich wähle ist und bleibt meine Verantwortung.

Ist es denn also falsch zu fragen, wo Gott ist?
Nein, wieso? Er fragt ja auch wo wir sind.

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