Samstag, 5. September 2015

Kirchenbau - keine Sache des eigenen Gutdünkens

Zu meinem Geburtstag erfreute mich ein Geschenk ganz besonders:
Ein Malen nach Zahlen Block für Erwachsene mit 1000 Punkten je Bild!

Wie geil ist das denn! Rief ich spontan - bis dahin hatte ich nicht gewusst, dass es sowas gibt.
Ich kann es mir also auch nicht gewünscht haben; wohl ein Fall von göttlicher Inspiration beim Geber?!
Oder einfach eine Person, die SO aufmerksam war, sich zu merken, dass ich auf sowas stehe. Immerhin kann ich es ja durchaus mal zufällig erwähnt haben. Von der Gabe, mich an alles erinnern zu können was ich jemals sagte bin ich Gott sei Dank verschont.

Ein Bild, das mir einen Gedankengang bebilderte ist dieses:


Man sehe und staune.
Kirchenbau leicht gemacht und noch dazu ganz selbst und nach eigenem Gutdünken?

Wenn man es genau bedenkt - eben nicht!
Ein sinnvolles Bild entsteht nur, wenn man sich an die vorgegebenen Punkte hält. Und diese auch noch in der richtigen Reihenfolge verbindet.
Arbeiten mehrere an einem Bild ist es außerdem sinnvoll, wenn alle dieselbe Farbe benutzen. Oder wollen Sie wissen, wie das aussehen würde, wenn die Farbe der Striche alle 100 Punkte (ein Mal je Bildübergang) wechselte?

Bei der denkenden Betrachtung dessen, was man selbst so unter Kirche versteht, scheinen immer mehr Leute dies zu vergessen. Das Resultat ist, dass sie zwar ein Bild produzieren, aber eigentlich am Ende selbst nicht mehr wissen, was es darstellen soll oder was darauf der wesentliche Aspekt ist.
Oder haben Sie sofort bei Beginn des Films erfasst, was auf dem Bild drauf ist?

Halten Sie es für einfach, ein Punktebild zu erstellen, also 1000 Punkte so auf ein Blatt zu sortieren, dass sie zum Beispiel die Sagrada Familia ergeben, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge verbindet? Ja? Welche Reihenfolge wäre denn die, bei der gewährleistet ist, dass die kreuzenden Linien sich zu einem Bild ergänzen anstatt das, was sie darstellen sollen, zu zerstören? Welche Punkte sind unerlässlich dazu, welche zu viel? Wie kann man dem Punktezeichner helfen, bei all dem den Überblick zu behalten?

Obwohl die Komplexität der Sache leicht nachvollziehbar ist, meinen immer mehr Menschen, sie könnten all diese Fragen selbst beantworten.
Wenn man vielleicht noch anerkennt, dass die Eckpunkte dessen was Kirche ist von Jesus Christus festgelegt wurden, dann neigt man doch häufig dazu, zu glauben, man könne all dies selbst auseinandersortieren. Also: weil ich denke, dass dieses und jenes was die Kirche vorschreibt nicht biblisch, christlich oder was-weiß-ich genug sei, kann ich den Punkt ja streichen oder zumindest in den Hintergrund stellen.
Ach ja?
Glauben Sie, sie würden das Punktebild fertigstellen können, wenn die Punkte nicht durchnummeriert wären?

Für mich bedeutet das, auf die Lehre meiner Kirche zu vertrauen und auch bei Sachen, die ich nicht verstehe, davon auszugehen, dass das schon seine Ordnung haben wird und eher nach Erklärungen zu suchen und mich um Verständnis zu bemühen, als an allem herumzukritisieren.
Zum Beispiel in Enzykliken oder den Texten von Kirchenvätern nachzulesen, um mehr darüber zu erfahren, was Kirche ist, warum Kirche so oder so strukturiert ist, diese oder jene Abläufe und Regeln festlegt. Und bei Dingen, die ich nicht nachvollziehen kann, mal einen Priester zu fragen.
Es kann auch bedeuten, mein eigenes Verstehen einer Probe zu unterziehen:
Wie viele Heilige sind ebenfalls dieser Meinung?

Die Kirche ist der lebendige Leib Christi.
Sie besteht aus uns, und in diesem Sinne gestalten wir sie.
Das was wir gestalten sollen ist der Leib Christi und nicht etwa irgendwas, das uns irgendwie passend erscheint.
Wir können nicht einfach beliebig loslegen, sondern müssen uns an bestimmte Eckpunkte halten und unser Vorgehen an der Gesamtheit der Kirche - und dazu gehören eben nicht nur all unsere Mitbürger, sondern auch die Heiligen, Kirchenväter, Priester, Bischöfe und der Papst - ausrichten.

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